Samuel de Champlain

Samuel de Champlain (* 1567 in Brouage nahe Rochefort, Frankreich; † 25. Dezember 1635 Québec, Kanada) war ein französischer Forschungsreisender und Kolonisator. Er ist der Gründer von Französisch Kanada (Neufrankreich) und wurde erster Gouverneur der Kolonie.

Leben

Champlain bereiste vor 1600 in spanischem Auftrag die Karibik und Mittelamerika. 1601 wurde er von König Heinrich IV. von Frankreich zum Hofgeographen ernannt. Seit 1603 unternahm de Champlain mehrere Erkundungsreisen in Nordamerika und leitete die französische Kolonialisierung Kanadas (damals Neufrankreich genannt) ein, dessen erster Gouverneur er war („Vater von Neufrankreich“).

Auf seiner ersten Reise gelangte er 1603 bis in das Gebiet des heutigen Montreal. Die zweite Reise führte ihn in den Jahren 1604 bis 1606 zur Halbinsel Gaspé, nach Nova Scotia, an die Bay of Fundy, zum Cape Cod bis zur Insel Martha’s Vineyard. 1608 gründete er Québec und entdeckte 1609 den (später nach ihm benannten) Champlainsee in Vermont und dem heutigen Bundesstaat New York. 1611 gründete er den Handelsposten Place Royale, aus dem sich das spätere Montreal entwickelte. Seine letzte große Reise unternahm Champlain von 1613 bis 1616 entlang des Ottawa River zum Lake Nipissing und zur Georgian Bay des Lake Huron, den er 1615 erreichte, weiter zum Lake Simcoe und zum Lake Ontario. Die Reise endete mit der Teilnahme an einem Überfall auf ein Lager der Irokesen am Oneida Lake.

Im Juli 1616 nach Québec zurück gekehrt, arbeitete Champlain an der Auswertung seiner Reisen sowie ab 1627 als Gouverneur von Neufrankreich. Als „Generalstatthalter in Neufrankreich“ beanspruchte er Anfang des 17. Jahrhunderts viele Gebiete nördlich der englischen Kolonie Neuengland für Frankreich. Er verstärkte auf Veranlassung von Kardinal Richelieu die französischen Siedlungsbestrebungen in Akadien. 1632 kam es dann dank Champlain zum Vertrag von Saint-Germain-en-Laye, der Bestätigung des französischen Anspruches auf Akadien und Québec. Kurz vor seinem Tod entsandte er noch 1634 Jean Nicolet auf eine Erkundungsreise zu den Großen Seen. Bekannt wurde de Champlain auch für seine Erkundung des Sankt-Lorenz-Stroms an der heutigen Grenze zwischen den USA und Kanada.

Ehrungen

Mehrere Orte in Kanada, aber auch in New York und Vermont, wurden nach ihm benannt, siehe die Begriffsklärung Champlain. Auch Seen, Berge und Bauwerke tragen seinen Namen. In vielen Städten errichtete man Champlain-Denkmäler. Eines der bekanntesten steht in Québec gegenüber dem Château Frontenac.

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Jacques Cartier

Jacques Cartier (* 31. Dezember 1491 in Rothéneuf bei Saint-Malo (Frankreich); † 1. September 1557) war ein französischer Entdecker und Seefahrer.

Von König Franz I. erhielt Cartier den Oberbefehl über zwei Schiffe, die am 20. April 1534 St. Malo verließen, um Fischgründe bei Neufundland zu untersuchen. Er passierte die Nordküste von Neufundland, segelte durch die Belle-Isle-Straße und gelangte am 6. Juli in die Baie des Chaleurs. Hier kam es zum ersten Kontakt mit den Ureinwohnern Amerikas vom Algonkin-Volk der Mi’kmaq. Daraufhin fuhr er den ganzen Sankt-Lorenz-Golf hinauf und umsegelte fast ganz Neufundland. Diese neu entdeckten Gebiete nannte man Neufrankreich.

1535 untersuchte Cartier den Sankt-Lorenz-Strom und kam am 2. Oktober im stark befestigten Irokesen-Dorf Hochelaga an. Der Berg über dem Dorf wurde Mont Royal, königlicher Berg – jetzt Montréal – genannt. Die Mannschaft litt an Skorbut, was seinerzeit eine unbekannte Krankheit war und deren Ursache man nicht nachvollziehen konnte. Mit ihr kehrte er 1536 nach Europa zurück.

1540 erhielt Jean-François de la Rocque de Roberval die Erlaubnis, auf seine eigenen und des Königs Kosten eine Niederlassung in Kanada zu gründen, Cartier wurde zu diesem Zwecke mit drei Schiffen ausgesandt. In der Nähe des jetzigen Québec beim Dorf Stadacona baute er das Fort Charlesbourg, untersuchte den Strom und überwinterte erneut. Im Juni 1542 kehrte Cartier nach Europa zurück. 1544 erhielt Cartier den Auftrag, de Roberval und seine Leute nach Frankreich zurückzubringen. Nach seinem Tod führte Samuel de Champlain die Entdeckungen weiter.

Ihm zu Ehren ist unter anderem eine Straße in Montréal (Kanada) benannt, die rue Cartier.

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Giovanni Caboto

Giovanni Caboto (englisch John Cabot, venezanisch Zuan Caboto) (* um 1450 in Genua, Gaeta oder Chioggia; † 1498 auf See) war ein italienischer Seefahrer. Er gilt als erster moderner europäischer Entdecker, der das nordamerikanische Festland erreichte (1497).

Venedig

Über Cabotos frühe Jugend ist wenig bekannt. Spätestens ab 1461 lebte er in Venedig. 1476 wurde er jedenfalls venezianischer Bürger, was voraussetzte, dass er mindestens seit 15 Jahren dauerhaft in der Stadt ansässig gewesen war. 1482 heiratete er die Venezianerin Mattea, mit der er drei Söhne hatte: Ludovico, Sebastiano und Sancio. Ende 1484 waren die ersten beiden bereits geboren. In Chioggia und im eigentlichen Venedig erwarb und verkaufte er Immobilien, um die seine Nachkommen noch 1551 mit dem venezianischen Rat der Zehn stritten.

Spanien

Nach den Untersuchungen des Juan Gil musste Caboto spätestens 1490 völlig überschuldet aus Venedig fliehen (Caboto wird in einer Zahlungsanweisung von 1494 ausdrücklich als Venezianer bezeichnet). Spätestens Mitte dieses Jahres erschien er in Valencia. Ob er, wie er 1497 in Portugal behauptete, im Nahen Osten im Gewürzhandel tätig war und sogar Mekka besuchte, lässt sich nicht mehr belegen. 1492-93 war er mit Hafenbauarbeiten in einem Ort nahe Valencia befasst. (La playa del Grao). Zur Jahreswende 1493/94 befand sich Caboto in Sevilla, wo er in der zweiten Jahreshälfte 1494 an einem Brückenbauprojekt mitwirkte, das allerdings Ende des Jahres abgebrochen wurde. Bereits hier und später in Lissabon versuchte er, Mannschaft und Schiff zu erhalten, was er ab Ende 1495 mit Erfolg in England versuchte.

England

1496, vier Jahre nachdem Christoph Kolumbus die Karibik erreicht hatte (1492), suchte Caboto nach einem weiter nördlich gelegenen, kürzeren Weg von Europa nach Asien. Unterstützt wurde er von König Heinrich VII. von England. Er stellte am 5. März 1496 einen Schutzbrief für John Cabot und seine drei Söhne in Westminster aus. Caboto segelte von Bristol aus ab, erreichte aber nur Grönland, da er wegen einer Auseinandersetzung mit der Besatzung, Nahrungsmangel und schlechtem Wetter zur Rückkehr gezwungen wurde – wie wir aus einem Brief des Händlers John Day wissen.

Es ist kein Zufall, dass Caboto Bristol zum Startpunkt wählte, denn die dortigen Kaufleute hatten schon seit den 1480er Jahren versucht, den Nordatlantik zu erkunden. Dabei sind sie möglicherweise bis nach Neufundland vorgedrungen. Im Gegensatz zu diesen „inoffiziellen“ Fahrten erhielt Caboto königlichen Schutz.

Im Januar 1496 berichtete der spanische Botschafter am englischen Hof von “einem wie Kolumbus”, eine Aussage, auf die sich die Antwort des Königspaars ausdrücklich bezog.

Entdeckungsfahrten

Am 2. oder 20. Mai 1497 brach er mit dem Schiff Matthew in Bristol auf. An Bord war auch sein Sohn Sebastian. Am 24. Juni traf er auf unbewohntes Land, das er für China hielt und Terra de prima vista nannte. Tatsächlich hatte er Neufundland, Neuengland und Labrador betreten. Wo genau, ist unklar, wenn auch verschiedene Orte dafür in Anspruch genommen worden sind.

Auf einer nächsten Reise 1498, für die er fünf Schiffe erhielt, wollte er noch weiter nach Westen, bis Japan, vorstoßen. Von dieser Fahrt kehrte nur ein einziges Schiff zurück. Über das Schicksal der anderen Schiffe und auch das des Caboto ist nichts bekannt.

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Leif Eriksson

Leif Eriksson (isländisch: Leifur Eiríksson; * um 975 in Island; † um 1020) war ein isländischer Entdecker. Sein Beiname ist „der Glückliche“.

Entdeckung Amerikas

Leif Eriksson wurde etwa 975 als Sohn Eriks des Roten und als Enkel von Thorvald Asvaldsson auf Island geboren. Als Leif zehn Jahre alt ist, nimmt ihn sein Vater Erik der Rote mit auf hohe See. Das Schiff segelte von Island nach Grönland, einer Entdeckung Gunnbjörn Úlfssons. Grönland wird Leifs neue Heimat. Von hier aus startet er um das Jahr 1000 mit 35 Mann auch seine Fahrt an die Küste Nordamerikas und betrat, vermutlich als erster Europäer, nordamerikanischen Boden. Zwar nennt die Grönland-Saga Bjarni Herjólfsson als „Entdecker“, doch Leifs Ankunft wurde von Adam von Bremen in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum dokumentiert und somit schriftlich belegt. In der Eiríks saga rauða wird Leif dagegen als erster „Entdecker“ genannt. Weiter gibt es zur Entdeckung Amerikas Anzeichen, dass unbekannte Isländer bereits im Jahr 985 Nordamerika erreicht haben.

Leif erkundete weitere Gebiete an der nordamerikanischen Küste. Darunter Helluland (die Baffin-Insel), das Markland (wahrscheinlich Labrador) und schließlich das auch später noch bedeutende Vinland, dessen geographische Lage umstritten ist, jedoch heute meistens mit Neufundland gleichgesetzt wird.

Leifs Bruder startete weitere Expeditionen, geriet jedoch mit den Ureinwohnern, welche die Nordmänner „Skraelinger“ nannten, in Konflikt und starb an einer Pfeilverletzung. 150 Grönländer (darunter 16 Frauen) besiedelten dennoch das Land im Westen. Die Kolonie konnte sich jedoch aufgrund von Konflikten mit den Indianern nicht dauerhaft behaupten.

Christianisierung Grönlands

Leif Eriksson brachte um das Jahr 1000 laut der Eiríks saga rauða das Christentum in die von seinem Vater gegründete Wikingerkolonie in Grönland.

Die Vinland-Karte ist die erste Darstellung der Entdeckungen Eriks des Roten und Leif Erickssons. Sie stammt vermutlich aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und wurde nach einem Original aus dem 13. Jahrhundert mit schwarzer Tinte auf Pergament neu gezeichnet. In der abgebildeten Legende ist links oben folgender Text zu finden: „Mit Gottes Willen, nach einer langen Reise von der Insel Grönland nach Süden durch das Eis segelnd zu den am weitesten entfernten übrigen Teilen des westlichen Ozeans, entdeckten die Gefährten Bjarni und Leif Erikssohn ein neues Land, äußerst fruchtbar und sogar mit Reben, eine Insel, die sie Vinland nannten“.

Ehrungen

Islands internationaler Flughafen in Keflavík trägt den Namen „Leifur Eiríksson“.

Der „Leif-Eriksson-Tag“ ist am 9. Oktober und wird gerne von skandinavischen Jugendlichen am letzten Schultag vor den Ferien zelebriert.

Sonstiges

* Die amerikanische Band Interpol benannte auf dem Album „Turn On the Bright Lights“ einen Song nach Leif Eriksson.
* In der Romanserie Perry Rhodan wird der Name zur Bezeichnung zweier Raumschiffe verwendet.
* In der Trilogie Illuminatus befährt die Hauptfigur Hagbard Celine die Weltmeere mit einem riesigen, goldenen Unterseeboot namens „Leif Eriksson“.
* In der Zeichentrickserie Spongebob Schwammkopf wird in der Folge Bernhard Blase (Bubble Buddy) der Leif-Eriksson-Tag auf komödiantische Weise eingebaut.
* Eine der zwischen den kanadischen Provinzen Nova Scotia und Neufundland verkehrenden Fähren trägt den Namen „Leif Erikson“.
* Eine Nebenfigur in Jonathan Stroud’s “Valley – Tal der Wächter” heißt Leif Eriksson. In diesem Roman wird die Lebensweise der Talbewohner ähnlich der der Wikinger dargestellt.

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Kanada: Zeitzonen

Kanada wird in sechs Zeitzonen eingeteilt und damit nur von Russland, den Vereinigten Staaten, sowie Australien und dem Vereinigten Königreich übertroffen, wenn man jeweils deren Überseegebiete dazurechnet. Der größte Teil des Landes verwendet eine Sommerzeit, es gibt allerdings Ausnahmen.

Zonen

Pacific Standard Time (UTC-8)

Die Pacific Standard Time (UTC-8, entsprechende Sommerzeit UTC-7) ist in folgenden Regionen in Gebrauch:

* British Columbia (Großteil der Provinz)
* Nordwest-Territorien, in der Gemeinde Tungsten gibt es keine Sommerezit
* Yukon (Die Yukon Standard Time wurde abgeschafft)

Mountain Standard Time (UTC-7)

Die Mountain Standard Time (UTC-7, entsprechende Sommerzeit UTC-6) ist in folgenden Regionen in Gebrauch:

* Alberta,
* British Columbia (einige Gemeinden im Nordosten und im Südosten entlang des Kootenay)
* Nunavut (westlich von 102° West)
* Die Gemeinde Lloydminster in Saskatchewan, die die jeweilige Zonenzeit Albertas übernimmt.

Central Standard Time (UTC-6)

Die Central Standard Time (UTC-6, entsprechende Sommerzeit UTC-5) ist in folgenden Regionen in Gebrauch:

* Manitoba,
* Nunavut (zwischen 85° West und 102° West)
* Ontario (westlich von 90° West)
* Saskatchewan

Eastern Standard Time (UTC-5)

Die Eastern Standard Time (UTC-5, entsprechende Sommerzeit UTC-4) ist in folgenden Regionen in Gebrauch:

* Nunavut (östlich von 85° West, Southampton Island allerdings zur Gänze)
* Ontario (Großteil der Provinz)
* Québec (Großteil der Provinz)

Atlantic Standard Time (UTC-4)

Die Atlantic Standard Time (UTC-4, entsprechende Sommerzeit UTC-3) ist in folgenden Regionen in Gebrauch:

* Labrador (außer dem äußersten Südosten, der die jeweilige Zeit von Neufundland übernimmt),
* New Brunswick,
* Nova Scotia,
* Prince Edward Island,
* Québec (östlich von 63° bzw. des Nateshquan-Flusses)

Newfoundland Standard Time (UTC-3:30)

Die Newfoundland Standard Time (UTC-3:30, entsprechende Sommerzeit UTC-2:30) ist die einzige Zeitzone Kanadas ohne vollen Stundenbetrag Unterschied zur UTC und auf der Insel Neufundland in Gebrauch.

Sommerzeit

Eine Sommerzeit ist in Kanada in allen Provinzen und Territorien mit Ausnahme Saskatchewans üblich. Obwohl die Zeithoheit in Kanada bei den Provinzen liegt, hat sich seit den 1960er-Jahren die Praxis herausgebildet, Beginn und Ende der Sommerzeit mit den USA zu synchronisieren. Auch eine Änderung der Regelung 2005, bei der der Beginn der Sommerzeit vorverlegt wurde, wurde von den einzelnen Provinzen übernommen. Einige Gemeinden, die an der Grenze von Zeitzonen liegen, übernehmen keine Sommerzeit, dies hat in den meisten Fällen keinen offiziellen Status.

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Panamerikanische Spiele 2015 in Toronto

Die XVII. Panamerikanischen Spiele finden im Jahre 2015 in der kanadischen Stadt Toronto statt. Toronto konnte sich bei der Vergabe durch die Panamerikanische Sport Organisation am 6. November 2009 gegen die Mitbewerber Lima (Peru) und Bogota (Kolumbien) im ersten Wahlgang durchsetzen. Die Spiele werden vom 10. Juli bis zum 26. Juli unter dem Motto: Your moment is here stattfinden. Die Spielen sollen in Toronto und der Region des Golden Horseshoe abgehalten werden. Als zentrales Stadion, wo auch die Eröffnungs- und Schlussfeier stattfinden sollen, wurde das Rogers Centre gewählt. Die Sportstätten sind grob in drei Zonen eingeteilt: die Central-Games-Zone (verteilt auf die Städte Toronto, Mississauga, Brampton, Richmond Hill und Markham), West-Games-Zone (in Hamilton) und die East-Games-Zone (in Oshawa, Whitby, Ajax und Pickering). In Ergänzung dazu gibt es Sportstätten, die sich in Barrie, St. Catharines, Caledon, Minden Hills und Welland befinden.

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Nordwestpassage

Die Nordwestpassage ist der zirka 5.780 Kilometer lange Seeweg, der nördlich des amerikanischen Kontinents den atlantischen mit dem pazifischen Ozean verbindet. Er führt über das Nordpolarmeer und seine Randmeere sowie die dazugehörenden Meeresstraßen durch den kanadisch-arktischen Archipel.

Geschichte

Frühe Fahrten ins Nordpolarmeer

Seit Magellan 1520 einen Seeweg entdeckt hatte, der um Südamerika herum nach Asien führte, spekulierten Geographen, Seefahrer und Forscher über eine mögliche Route im Norden Amerikas. Da eine solche Nordwestpassage Schiffsreisen zwischen Europa und Ostasien entscheidend verkürzt hätte, suchten die seefahrenden Nationen mehr als 400 Jahre lang nach einer Durchfahrt im Nordpolarmeer.

Möglicherweise war schon 1473, also 19 Jahre vor der Fahrt des Kolumbus, eine dänische Expedition unter Leitung des aus Hildesheim stammenden Didrik Pining (eventuell in Begleitung des Portugiesen João Vaz Corte-Real) von den Gewässern um Grönland nach Neufundland vorgestoßen. Um 1480 begannen die Portugiesen mit der Fischerei vor Neufundland. Ihnen folgten um 1500 Basken und Bretonen. Zwischen 1492 und 1495 befuhr João Fernandes („O Labrador“) mit Pedro de Barcellos die Gewässer zwischen Neufundland, dem nach ihm benannten Labrador und Grönland. Anschließend tasteten sich Expeditionen zu Land und zu Wasser schrittweise immer weiter nach Nordwesten in das eisige Inselgewirr des Nordpolarmeeres vor.

Die Suche nach der Passage

Der englische Seefahrer Martin Frobisher unternahm zwischen 1576 und 1578 drei Reisen mit dem ausdrücklichen Ziel, die Nordwestpassage zu finden. Ihm folgten weitere englische Kapitäne wie John Davis, Henry Hudson, William Baffin, Thomas James und Luke Foxe. In den 1630er Jahren gab man die Suche jedoch vorerst auf, da Baffin und James die Ansicht vertraten, dass weder von der Hudson Bay noch von der Baffin Bay aus ein Zugang zur Passage existiere. Erst zum Anfang des 18. Jahrhunderts wurden wieder vereinzelte Anstrengungen unternommen, unter anderem 1719 von James Knight und 1742 von Christopher Middleton.

Die Suche nach einer Passage im Nordwesten nach Asien war auch der Grund für James Cooks letzte Pazifikreise 1776–1779. Seine Vorstöße musste er jedoch wegen des einbrechenden Winters an der Beringstraße abbrechen. Nach Cooks Tod in einem Handgemenge auf Hawaii übernahm Lt. Charles Clerke das Kommando der Expedition. Vom russischen Ausgangshafen Petropawlowsk-Kamtschatski aus brach man erneut auf, scheiterte aber auf 70° 33′ N am Packeis, das noch stärker schien als im Vorjahr.

Ebenfalls vom Pazifik aus operierte 1817/1818 die russische Rurik-Expedition unter Kapitän Otto von Kotzebue. Sie erforschte allerdings nur die bis dahin unbekannte Küste Alaskas um den Kotzebue-Sund und endete letztlich ergebnislos.

Tragische Berühmtheit erlangte John Franklin, dessen verschollene dritte Expedition von 1845 mehrjährige Suchaktionen nach sich zog. Im Verlauf dieser erfolglosen Rettungsexpeditionen konnte Robert McClure schließlich als erster den nordpolaren Archipel durchqueren. Er wurde als Entdecker der Nordwestpassage gefeiert, erhielt jedoch nur die Hälfte des ausgelobten Preisgeldes, da er sein Schiff zurücklassen und ein Teilstück zwischen der Banks- und der Melville-Insel zu Fuß zurücklegen musste, wo er von anderen Rettungsschiffen aufgenommen wurde. Letztlich hatte sich damit nur eine weitere mögliche Route als unpassierbar herausgestellt. Der eigentliche Entdecker des letzten schiffbaren Teilstückes der Passage war John Rae. Da dieser aber Zivilist war und die Entdeckung vom Land aus gemacht hatte, war er als Preisträger für die Royal Navy undenkbar.

Erste Durchquerungen

Die erste komplette seemännische Durchfahrt gelang Roald Amundsen 1903−1906 über die von John Rae entdeckte Route durch die Victoria-Straße auf dem kleinen Schiff Gjøa. Dabei musste er zwei Mal überwintern; einen ganzen Sommer hatte er mit den Inuit in der Umgebung der heutigen Siedlung Gjoa Haven (in der Sprache der Inuit: Uqsuqtuuq) auf der King-William-Insel verbracht, um sich deren Arktiserfahrung anzueignen.

1944 durchquerte Henry Larsen im Schoner St. Roch den Seeweg erstmals in West-Ost-Richtung mit einer Überwinterung auf Boothia.

Als erster Tanker bewältigte das zum Eisbrecher umgebaute US-amerikanische Schiff SS Manhattan die Nordwestpassage von West nach Ost in wenig mehr als vier Wochen. Die Fahrt, die am 15. September 1969 erfolgreich endete, sollte die Wirtschaftlichkeit von Öltransporten durch das nördliche Eismeer demonstrieren. Jedoch erwiesen sich die Instandhaltungskosten auf Grund der Eisschäden damals noch als zu groß.

Das erste Kreuzfahrtschiff, das die Nordwestpassage mit Passagieren an Bord bewältigte, war die World Discoverer im Jahr 1985.

Arved Fuchs durchsegelte 1993 mit seinem Expeditionsschiff, der Dagmar Aaen, die Nordwestpassage in Ost-West-Richtung und 2003/2004 noch einmal in West-Ost-Richtung.

Bedeutung

Wirtschaft

Der Seeweg zwischen Europa und Asien (Rotterdam–Tokio) verkürzt sich erheblich: 23.300 Kilometer sind es durch den Panama-Kanal, diese Strecke wird jedoch aus Kosten- und Kapazitätsgründen nicht genutzt. Die bisherige Route durch den Suez-Kanal beträgt 21.100 Kilometer, der neue Weg hätte eine Länge von 15.900 Kilometer. Obendrein vermeidet er von Piraterie betroffene Gebiete wie die Gewässer rund um Indonesien. Wegen der klimatischen Bedingungen war die Nordwestpassage bisher jedoch wirtschaftlich kaum nutzbar. Klimaforscher gehen jedoch davon aus, dass sich dies in den kommenden Jahren aufgrund der globalen Erwärmung ändert. Im September 2007 veröffentlichte die ESA Satellitenbilder, auf denen der kanadische Teil der Passage (zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen) völlig eisfrei und damit schiffbar war. Ursache ist ein Rückgang der Eisfläche im Nordpolargebiet auf nur noch drei Millionen Quadratkilometer, eine Million Quadratkilometer weniger als noch im Jahr 2006. Die Nordost- und Nordwestpassage waren Ende August 2008 beide erstmals gleichzeitig eisfrei. Die Nordostpassage ist, sofern benutzbar, für die Strecke von Europa nach Asien noch kürzer als die Nordwestpassage.

Schon heute ist die Nordwestpassage immer länger befahrbar. Fortschritte im Bau arktistauglicher Tanker (nicht Eisbrecher) kommen hinzu. Die wirtschaftliche Erschließung der Nordwestpassage wird derzeit intensiv vorbereitet. Geplant ist die Schaffung einer Service- und Sicherheits-Infrastruktur für den Tankerverkehr. Auch der Ausbau der zentral gelegenen Inuit-Siedlung Qausuittuq an der Resolute Bay zum Tiefwasserhafen wird erwogen.

Politik

Mit der wachsenden ökonomischen Bedeutung der Nordwestpassage nimmt auch ihre politische Bedeutung zu. Ihr Besitz ist umstritten: Kanada beansprucht den Seeweg für sich, die USA sehen ihn als internationales Gewässer an.

1985 durchfuhr der US-amerikanische Eisbrecher Polar Sea die Passage ohne Genehmigung Kanadas. Kanada protestierte heftig. Daraufhin vereinbarten Kanada und die USA 1988 in einem Kooperationsabkommen (Arctic Co-operation Agreement), dass die USA fortan Genehmigungen von Kanada einholen werde, Kanada sie jedoch nicht verweigern dürfe. Die Frage, ob die Passage ein internationales Gewässer ist, wurde dabei nicht geklärt.

Zwischen Kanada und Dänemark ist die territoriale Zugehörigkeit der Hans-Insel vor der Küste Grönlands umstritten.

2005 veröffentlichte die United States Navy Bilder, die das Atom-U-Boot USS Charlotte beim Auftauchen am Nordpol zeigten. Kanada bezichtigte die USA daraufhin, ohne Ankündigung seine arktischen Gewässer benutzt zu haben.

Im Wahlkampf 2006 versprach der kanadische Premierminister Stephen Harper, die Gebietsansprüche seines Landes zu verteidigen. Seitdem wurden mehrere Patrouillen, die sich aus regulären Streitkräften und Canadian Rangers zusammensetzten, in den nördlichen Gebieten Kanadas durchgeführt. Die kanadische Marine schickte 2006 zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder Eisbrecher in die Nordwestpassage.

Tourismus

Auf russischen Eisbrechern können etwa 100 Fahrgäste die Nordwestpassage binnen zwölf Tagen durchfahren. Ansonsten spielt die Nordwestpassage touristisch kaum eine Rolle. Im August 2009 gab es eine Premiere, als die zwei Kreuzfahrtschiffe von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten (Hanseatic und Bremen) mit knapp 500 Passagieren durch die Nordwestpassage von beiden Seiten aufeinander zu fuhren und sich in der Mitte in Gjoa Haven getroffen haben. In einem Online-Logbuch schildern die beiden Kapitäne ihre Erlebnisse auf ihrer Reise durch das Eis.

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Canadian Football

Der Canadian Football wurde wie der American Football ab den 1870er Jahren in Kanada aus Fußball und insbesondere Rugby entwickelt, wobei internationale Spiele und Kontakte den Anstoß gaben.

Der Canadian Football, der u. a. in der Canadian Football League (CFL) professionell gespielt wird, unterscheidet sich von seinem US-Gegenpart, da insbesondere einige in den 1900er Jahren im dortigen College Football vorgenommenen Regeländerungen nicht übernommen wurden.

Somit ist heutzutage u. a.

* das Spielfeld mit ca. 120 Meter Gesamtlänge und 60 Meter Breite deutlich größer
* mit 12 die Zahl der Spieler größer
* mit nur 3 Versuchen (“Downs”) deren Anzahl geringer
* es steht weniger Zeit für die Besprechung eines Spielzuges (Huddle) zur Verfügung

Dies hat auch Auswirkungen auf die Spieltaktik. Canadian Football hat weniger Verzögerungen, der zur Verfügung stehende Platz bewirkt den Einsatz flinkerer Spieler und von mehr Passspielzügen. Ansonsten sind die Ähnlichkeiten jedoch groß, auf den ersten Blick sind die Spielarten kaum zu unterscheiden.

Im Canadian Football gibt es mit dem Rouge (auch Single genannt) die Möglichkeit, nach einem Kick in die gegnerische Endzone einen einzelnen Punkt zu erzielen.

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Sport in Kanada

Der Sport in Kanada ist vielfältig und umfasst zahlreiche Winter- und Sommersportarten. Eishockey – in Kanada schlicht als hockey bezeichnet – ist die mit Abstand beliebteste Sportart mit dem größten Erfolg im internationalen Vergleich. Beliebteste Sportart im Sommer ist Canadian Football. Ebenfalls auf Interesse stoßen Baseball, Basketball, Cricket, Curling, Fußball, Rugby Union und Softball. Die am häufigsten ausgeübten Einzelsportarten sind Eislaufen, Golf, Leichtathletik, Ringen, Schwimmen, Skateboarden, Skifahren, Snowboarden und Tennis. Da das Land überwiegend ein kühles Klima besitzt, sind die Erfolge bei Wintersportarten tendenziell zahlreicher als bei Sommersportarten.

Kanada war bisher dreimal Gastgeber von Olympischen Spielen: die Sommerspiele 1976 fanden in Montréal, die Winterspiele 1988 in Calgary und die Winterspiele 2010 in Vancouver statt. Herausragende Leistungen kanadischer Sportler werden mit der Aufnahme in die Canada’s Sports Hall of Fame gewürdigt. Eine Jury bestimmt den Sportler des Jahres, dem die Lou Marsh Trophy überreicht wird.

Nationalsportarten

Kanada ist ein Land mit zwei verschiedenen Nationalsportarten. Seit der Gründung des Landes galt das von den kanadischen Ureinwohnern erfundene Lacrosse als offizieller Nationalsport. 1994 erhoben Interessenvertreter der First Nations Einwände gegen einen von der Regierung vorgelegten Gesetzesentwurf, der vorsah, stattdessen Eishockey zum Nationalsport zu erklären. Sie argumentierten, dadurch würde die kulturelle und historische Bedeutung von Lacrosse gemindert. Das Unterhaus änderte das Gesetz dahingehend ab, dass es Eishockey als offizielle Winter-Nationalsportart und Lacross als offizielle Sommer-Nationalsportart bezeichnet. Der National Sports of Canada Act trat am 12. Mai 1994 in Kraft.

Eishockey

Kanada gilt als Mutterland des modernen Eishockeys, da Studenten aus Montréal den populären keltischen Sport Shinney Ende des 19. Jahrhunderts auf das Eis übertrugen und damit den Grundstein für den modernen Eishockeysport legten. Heute liegt Eishockey in der Zuschauergunst weit vor allen anderen Sportarten. Der Kanadier Wayne Gretzky gilt als bester Spieler aller Zeiten.

Zwar sind nur sechs der 30 Franchisen der weltweit bedeutendsten Liga, der National Hockey League (NHL), in Kanada beheimatet (Canadiens de Montréal, Calgary Flames, Edmonton Oilers, Ottawa Senators, Toronto Maple Leafs, Vancouver Canucks), doch ist die Anzahl kanadischer Profispieler in der NHL rund viermal so hoch als von jenen aus den USA. Organisiert wird das kanadische Eishockey vom Dachverband Hockey Canada. Neben ihrer Hauptaufgabe, der Leitung der kanadischen Eishockeynationalmannschaft, ist sie auch für die Organisation verschiedener professioneller und nicht-professioneller Eishockeyligen im Land verantwortlich. Von herausragender Bedeutung sind die drei professionellen Juniorenligen, die in der Canadian Hockey League zusammengeschlossen sind.

Lacrosse

Der Spielbetrieb der zweiten Nationalsportart Lacrosse wird von der Canadian Lacrosse Association organisiert. Dies betrifft nationale Meisterschaften für Männer und Frauen auf Junioren- und Erwachsenenebene. Die nationale Meisterschaft der Männer heißt Ross Cup, jene der Frauen Robertson Cup. Die Männer-Nationalmannschaft gewann bisher zweimal die Weltmeisterschaft.

Größeren Zuspruch als das Feld-Lacrosse findet jedoch die Indoor-Variante, die als Box Lacrosse bezeichnet wird. Die Spiele werden üblicherweise in Eishockeystadien ausgetragen, deren Eisfläche abgetaut und mit Kunstrasen bedeckt wurde. Bedeutendster Wettbewerb ist die National Lacrosse League mit Mannschaften aus Kanada und den USA. Auf nationaler Ebene spielen die Männer um den Mann Cup, die Frauen um den Robertson Cup. Herausragende Spieler der Feld- und Indoor-Variante werden in die Canadian Lacrosse Hall of Fame aufgenommen.

Weitere Sportarten

Baseball

1838 wurde in Ontario erstmals ein Baseball-ähnliches Spiel gespielt, die erste Mannschaft entstand 1854. Die 1977 gegründeten Toronto Blue Jays sind derzeit die einzige kanadische Mannschaft in der Major League Baseball (MLB); als erstes ausländisches Team gewannen sie 1992 und 1993 die World Series. Ebenfalls in der MLB vertreten waren von 1969 bis 2004 die Expos de Montréal, 2005 zog die Mannschaft um und firmiert seither als Washington Nationals. Zahlreiche kanadische Spieler wurden in die Baseball Hall of Fame aufgenommen. Es existieren mehrere professionelle Minor League-Mannschaften sowie eine semiprofessionelle Meisterschaft und Meisterschaften für College-Teams.

Basketball

Basketball ist insbesondere im südlichen Ontario eine bei Zuschauern beliebte Sportart. Die National Basketball Association (NBA) expandierte 1995 nach Kanada. Die Vancouver Grizzlies sind zwar wieder in die USA umgezogen, doch die Toronto Raptors sind weiterhin aktiv. Kanadische Profimannschaften sind auch in den unteren Ligen vertreten, in der American Basketball Association, der Continental Basketball Association, der International Basketball League und der Premier Basketball League. Der Erfinder des Basketballs, James Naismith, wurde in der Provinz Ontario geboren. Steve Nash war 2005 der erste Kanadier, der zum wertvollsten Spieler der NBA gewählt wurde.

Canadian Football

Canadian Football entstand aus dem Rugby heraus und weist große Ähnlichkeiten mit American Football auf. Die Canadian Football League (CFL) ist die einzige Profiliga, der Verband Football Canada ist für die Organisation des Spielbetriebs zuständig. Das Meisterschaftsendspiel der CFL, der Grey Cup, weist bei im Fernsehen übertragenen Sportereignissen die höchste Einschaltquote auf. Canadian Football wird auch in Highschool-, College- und Amateurligen gespielt. Universitätsmannschaften spielen um den Vanier Cup. Die Canadian Football Hall of Fame befindet sich in Hamilton. Zwar gibt es keine kanadischen Franchisen in der US-amerikanischen National Football League, doch werden American-Football-Spiele regelmäßig im Fernsehen übertragen.

Cricket

Cricket wird in Kanada seit dem späten 18. Jahrhundert gespielt, zu Beginn hauptsächlich von dort stationierten britischen Soldaten. Der erste Cricketverein wurde 1828 gegründet, das erste internationale Spiel (zwischen Kanada und den USA) im Jahr 1844. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Cricket die beliebteste Sportart des Landes, als Eishockey an dessen Stelle trat. Zwar gehört Kanada nicht zu jenen Ländern, die über eine Berechtigung für Test Cricket verfügen, doch nimmt die Nationalmannschaft an One-Day Internationals und an First-Class-Spielen gegen Nicht-Testcricket-Länder teil. Dreimal konnte sie bisher am Cricket World Cup teilnehmen.

Curling

Curling gehört zu den traditionsreichsten Sportarten Kanadas und wurde bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch schottische Soldaten verbreitet. Der 1807 gegründete Montreal Curling Club ist der älteste Sportverein des Landes und baute 1837 die erste Curlinghalle, 1894 entstand der erste Verein für Frauen.

Der Verband Canadian Curling Association schätzt, dass rund 750.000 Kanadier Curling spielen. Curling ist vor allem in den Prärieprovinzen beliebt, die besten Mannschaften der letzten Jahre stammen aus Alberta. Die nationale Meisterschaft der Männer nennt sich The Brier, die Meisterschaft der Frauen heißt Tournament of Hearts. Die jeweiligen Sieger vertreten Kanada auf internationaler Ebene. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen konnten kanadische Mannschaften am meisten Weltmeistertitel gewinnen.

Feldhockey

In Kanada gibt es 10.-15.000 organisierte Feldhockeyspieler- und spielerinnen. Der Sport verbreitete sich in Kanada vor allem durch Einwanderer aus den Commonwealth-Staaten. Seit 1956 nehmen die Damen und seit 1964 die Herren an internationalen Turnieren teil. Die Herrennationalmannschaft rangiert aktuell auf Platz 11 der Weltrangliste und führen die Amerikaliste an (Stand: 18. Mai 2009), die Damen sind 19. der Welt- und 4. der Amerikaliste (Stand: 16. Februar 2009).

Fußball

Fußball, in Kanada soccer genannt, wird in diesem Land mindestens seit 1876 gespielt, konnte aber nie ganz mit der Popularität anderer Sportarten mithalten. Der einzige nennenswerte internationale Erfolg war der Turniersieg des Galt FC bei den Olympischen Sommerspielen 1904. Der kanadische Fußballverband, die Canadian Soccer Association, wurde 1912 gegründet. Während die Frauen-Nationalmannschaft international zu den Besten gehört (4. Platz bei der WM 2003), konnte die Männer-Nationalmannschaft bisher nur ein einziges Mal an einer Endrunde teilnehmen (1986). Kanada war Gastgeber der U-16-WM 1987, der Frauen-U-19-WM 2002 und der Junioren-WM 2007.

Kanadische Fußballvereine besitzen keine große Tradition, da sie immer wieder aus finanziellen Gründen den Spielbetrieb einstellen mussten. Auf professioneller Ebene gehören derzeit drei Mannschaften einer US-Profiliga an, der Toronto FC in der Major League Soccer sowie Montreal Impact und Vancouver Whitecaps in der USL First Division. Die höchste nationale Spielklasse ist die Canadian Soccer League, im Canada Cup of Soccer wird der kanadische Vertreter der CONCACAF Champions League ermittelt.

Golf

Golf ist eine weit verbreitete Sportart in Kanada. Der Royal Montreal Golf Club, der 1873 gegründet wurde, ist der älteste Golfclub des Landes und auch ganz Nordamerikas. Die Gründung der Royal Canadian Golf Association (RCGA) folgte 1895; der Verband vertritt heute über 1600 Golfclubs und mehr als 300.000 Mitglieder. Die RCGA organisiert auch in Kanada stattfindende Turniere der PGA Tour und der LPGA Tour. Die Canadian Professional Golf Tour ist eine Organisation, die Turnierserien für professionelle Spieler veranstaltet, von denen einige außerhalb Kanadas durchgeführt werden.

Motorsport

Das international herausragendste Motorsportereignis des Landes ist der seit 1967 jährlich ausgetragene Große Preis von Kanada der Formel 1 auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montréal. Der Rundkurs ist nach dem tödlich verunglückten Rennfahrer Gilles Villeneuve benannt, dessen Sohn Jacques Villeneuve 1997 Formel-1-Weltmeister wurde. In mehreren kanadischen Städten fanden Champ-Car-Rennen statt, und zwar in Toronto, Mont Tremblant, Edmonton, Vancouver und Montréal. Die erfolgreichsten Kanadier in dieser Serie waren Jacques Villeneuve und Paul Tracy. 2007 wurde die Serie eingestellt und von der Indy Racing League übernommen, die in Zukunft Rennen auf einem Stadtkurs in Edmonton austragen wird. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Stockcar-Rennen. Die Canadian Association for Stock Car Auto Racing (CASCAR) organisierte von 1986 bis 2006 die CASCAR Super Series. Diese wurde von der NASCAR übernommen und 2007 als NASCAR Canadian Tire Series neu lanciert.

Radsport

Radfahren ist aufgrund der flachen Topografie der meisten Ballungszentren als Fortbewegungsmittel weit verbreitet, viele Städte verfügen über ein ausgedehntes Radwegnetz. Der für den Radsport verantwortliche Verband, die Canadian Cycling Association, wurde 1882 gegründet und ist somit der älteste Sportverband des Landes. Der auf der Straße ausgeübte Radsport hat kaum Bedeutung, es gibt nur wenige Rennen und international erfolgreiche Straßenradfahrer. Weitaus erfolgreicher sind kanadische Sportler in den Sparten Bahnradsport, BMX und insbesondere Mountainbike. In British Columbia entstanden die ersten North-Shore-Trails, besondere Hindernisparcours für Mountainbiker.

Rugby Union

Rugbyähnliche Spiele wurden erstmals in den 1820er Jahren von britischen Soldaten und Einwanderern gespielt, das erste Spiel mit festgelegten Regeln fand 1865 statt. In Cambridge (Massachusetts) trugen die Universitäten McGill (Montréal) und Harvard das erste internationale Rugbyspiel Nordamerikas aus. Da sich die Variante Rugby League nie durchsetzen konnte, wird heute ausschließlich Rugby Union gespielt. Als Hochburgen gelten die Provinzen British Columbia, Neufundland und Ontario. Wichtigste Liga ist die vom Verband Rugby Canada organisierte Rugby Canada Super League, die besten Spieler sind jedoch in europäischen Ligen aktiv. Die kanadische Nationalmannschaft nimmt am jährlich stattfindenden Churchill Cup teil. Sie wird vom International Rugby Board in die zweite Stärkeklasse eingeteilt und konnte sich bisher für alle Weltmeisterschaften qualifizieren; 1991 erreichte sie mit dem Einzug ins Viertelfinale ihr bestes Ergebnis.

Ski und Snowboard

Skifahren (in jüngster Zeit auch Snowboarden) gehört zu den beliebtesten Freizeitsportarten des Landes. 1986 ergab eine Meinungsumfrage, dass mindestens 900.000 Kanadier jedes Jahr mindestens während einer Woche diesen Sport ausüben. Dabei überwiegt klar der alpine Skisport, der insbesondere in den Rocky Mountains, aber auch in den Appalachen und den Laurentiden ausgeübt wird. Obwohl die topografischen und klimatischen Bedingungen günstig wären, ist der nordische Skisport weitaus weniger verbreitet.

Möglicherweise verwendeten bereits die Wikinger, die um das Jahr 1000 während kurzer Zeit auf Neufundland siedelten, Skis zur Fortbewegung. Über 800 Jahre später waren es wiederum Skandinavier, die moderne Formen des Skifahrens nach Kanada brachten. Die erste nachweisbare Reise per Langlaufski unternahm der Norweger A. Birch im Jahr 1879 zwischen Montréal und Québec. Besonders Herman Smith-Johannsen trug zur Popularisierung des nordischen Skisports bei. Der alpine Skisport verbreitete sich ab etwa 1930 und bald übertraf dessen Bedeutung jene des nordischen Skisports klar. Die Sparte des Freestyle-Skiing wird von kanadischen Athleten dominiert, aber auch Alpine und Snowboarder können regelmäßig internationale Erfolge feiern.

Bedeutende Sportveranstaltungen

In Kanada wurden bereits zahlreiche bedeutende Sportveranstaltungen ausgetragen. Kanadische Sportler nahmen – mit Ausnahme von 1896 und 1980 – bisher an allen Olympischen Spielen teil. Die Sommerspiele 1976 fanden in Montréal statt, die Winterspiele 1988 in Calgary. Gastgeber der Winterspiele 2010 wird Vancouver sein. Das Kanadische Olympische Komitee besteht seit 1907. An Sommerspielen waren kanadische Athleten vorwiegend in der Leichtathletik, im Schwimmen, im Wasserspringen und im Rudern erfolgreich. An Winterspielen gehört Kanada in der Regel zu den erfolgreichsten Ländern, wobei die Stärken beim Eishockey, beim Eisschnelllauf (insbesondere die Shorttrack-Variante), beim Curling und beim Freestyle-Skiing liegen.

Kanada ist eines von sechs Ländern, das an allen bisherigen Commonwealth Games teilgenommen hat. Die erste Ausgabe fand 1930 in Hamilton statt; weitere Austragungsorte waren Vancouver (1954), Edmonton (1978) und Victoria (1994). Hamilton unterlag bei der Bewerbung für die Commonwealth Games 2010 Neu-Delhi, während Halifax seine Kandidatur für 2014 zurückzog.

Alle zwei Jahre finden die Canada Games statt, alternierend eine Sommer- und eine Winterausgabe. Dabei handelt es sich um einen Sportanlass, bei dem Amateursportler in verschiedenen Sportarten ihre Provinz oder ihr Territorium vertreten. Die ersten Canada Games wurden 1967 in der Stadt Québec ausgetragen, als Teil der Hundertjahrfeier des Landes. Weitere Großereignisse, die bisher in Kanada stattfanden, sind unter anderem Panamerikanische Spiele, Universiaden, die World Police and Fire Games und die Gay Games.

Organisation

Sowohl die Bundesregierung als auch die Regierungen der Provinzen sind aktiv an der Förderung des Sports beteiligt, da sie überlappende Kompetenzen besitzen. Sports Canada, eine Abteilung des Kulturministeriums koordiniert die Aktivitäten des Bundes im Sportbereich und gibt die allgemeine Entwicklung vor. Während die Bundesregierung im Allgemeinen die Führungsrolle im Bereich des internationalen Sports übernimmt, betreiben einzelne Provinzen (insbesondere Québec) gezielt Sportförderung auf allen Stufen. Der Schulsport gehört als Teilbereich des Bildungswesens zum Aufgabenbereich der Provinzen.

Canadian Interuniversity Sport (CIS) ist der nationale Verband für den Sportbetrieb an den Universitäten, während die Canadian Colleges Athletic Association (CCAA) für die Colleges zuständig ist. Die dem CIS angeschlossenen Organisationen vergeben nur Stipendien, welche die Ausbildungskosten abdecken. Aus diesem Grund wechseln viele der besten kanadischen Sportler an US-amerikanische Universitäten, wo Organisationen wie die National Collegiate Athletic Association sämtliche Kosten übernehmen können (inkl. Ausbildung, Bücher, Unterkunft und Transport). Eine weitere Organisation, die Juniorensportler unterstützt, ist die Canadian Hockey League, die als „Ausbildungsliga“ der National Hockey League dient.

Das Canadian Olympic Committee‎ (COC) mit Sitz in Toronto repräsentiert kanadische Sportler vorm IOC und unterstützt die Bewerbungen der Städte für die Olympischen und Panamerikanischen Spiele.

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Flughafen Toronto

Der Flughafen Toronto (Lester B. Pearson International Airport, IATA-Code: YYZ, ICAO-Code: CYYZ) ist der internationale Flughafen der Stadt Toronto in der Provinz Ontario, Kanada. Er liegt nahe der Stadt Mississauga, etwa 27 Kilometer nordwestlich der Innenstadt.

Für Verbindungen in die USA ist ein Transitbereich mit US-Zoll- und -Einwanderungskontrolle vorgesehen (Border Preclearance).

Wirtschaft

Bei den Passagierzahlen belegt der Flughafen national Platz 1 und global Platz 30 (2006: 31 Millionen). Über 65 Fluggesellschaften fliegen den Flughafen an. Von hier aus starten Flüge zu 25 kanadischen, 43 US-amerikanischen und 42 internationalen Zielen. Der Flughafen wird von der Behörde Greater Toronto Airports Authority (GTAA) betrieben (die frühere Betreibergesellschaft war die Transport Canada). Er ist das Drehkreuz der Fluggesellschaft Air Canada. Der Flughafen wurde 1939 als Malton Airport eröffnet. 1960 erfolgte die Umbenennung in Toronto International Airport sowie 1984 in Lester B. Pearson International Airport (LBPIA). Am Flughafen sind 70.000 Arbeitnehmer tätig.

Flugunfälle

Das größte Unglück am Flughafen geschah am 5. Juli 1970, als der Flug-Nr. 6211 der Air Canada (DC-8) verunglückte; 100 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder starben. Am 26. Juni 1978 kam das Flugzeug mit der Flug-Nr. 189 der Air Canada nach einem abgebrochenen Start erst in einen Bach hinter der Start- und Landebahn zum Stehen; zwei von 107 Passagieren starben. Am 2. August 2005 stürzte ein Airbus A340-300 der Air France, Flug Nr. 358 bei einem Gewitter in denselben Bach; 43 Personen wurden verletzt.

Terminals und Fluggesellschaften

Toronto Pearson International Airport verfügt über drei Abfertigungshallen: Terminal 1 (T-New), Terminal 2 und Terminal 3. Dabei befindet sich Terminal 1 zwischen den beiden anderen. Zwischen Terminal 1 und 3 verkehrt eine flughafeninterne Bahn.

Zusätzlich wird der Flughafen von verschiedenen Frachtfluggesellschaften benutzt.

Anreise

Mit dem Auto erreicht man den Flughafen von Toronto aus über den Gardiner Expressway nach Hwy 427 North.

Von Toronto mit der Bloor-Danforth-Linie (Grün) bis zur Endstation Kipling im Westen. Dann weiter mit dem Bus 192 bis zu Terminal 3 oder Terminal 1. Dauer 30-40 Minuten. Kosten: 2,75 CAN$ Von/nach Toronto existiert alle 20 bis 30 Min eine Airport Express-Verbindung per Bus. Dieser hält in Terminal 1 & 3 sowie an diversen Stellen in Toronto-Stadt. Kosten: Einfache Fahrt 18,50 CAN$ hin- und zurück 29,95 CAN$.

Außerdem gibt es weitere Busverbindungen nach Toronto und Umgebung (GO Transit), nach Brampton (Brampton Transit) und nach Mississauga (Mississauga Transit).

Eine flughafeninterne Bahn verbindet Terminal 1, 3 und Viscount (Langzeit-Parkhaus).

Kenndaten
IATA-Code:YYZ
ICAO-Code: CYYZ

Koordinaten
43° 40′ 38″ N,
79° 37′ 50″ W
173 m ü. MSL

Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum: 27 km nordwestlich von Toronto

Basisdaten
Eröffnung: 1939
Terminals: 3
Passagiere: 30.966.483 (2006)
Luftfracht: 516.000 t (2006)
Flugbewegungen: 418.244 (2006)
Beschäftigte: 20000

Start- und Landebahnen
05/23: 3389 m × 61 m
06R/24L: 2743 m × 61 m Asphalt
06L/24R: 2956 m × 61 m Asphalt
15R/33L: 2770 m × 61 m Asphalt
15L/33R: 3368 m × 61 m Asphalt

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