Sklaverei in Kanada

Sklaverei in Kanada wurde vor der Ankunft der europäischen Kolonialherren bereits seit Jahrtausenden von den First Nations praktiziert, die traditionell Sklaven von benachbarten Völkern nahmen. Sklaverei im engeren Sinne – als erbliche Sklaverei, bei der Menschen als Privateigentum eines Individuums betrachtet werden – begann freilich erst mit der europäischen Besiedelung von Kanada, kurz nach der Gründung der Kolonien im frühen 17. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Sklaven wurde als häusliches Dienstpersonal verwendet, einige wurden jedoch auch bei der Feldarbeit eingesetzt. Einige waren afrikanischer Abstammung, andere waren kanadische Ureinwohner. Für letztere war die Bezeichnung Panis gebräuchlich, eine Verballhornung des Wortes Pawnee.

Sklaverei bei den First Nations

Unter den sklavenhaltenden Ethnien auf dem späteren Staatsgebiet von Kanada befanden sich z. B. Fischereivölker wie die Yurok, die entlang der Pazifikküste lebten, vom heutigen Alaska bis nach Kalifornien. Viele der Völker der Nordwestküste, wie die Haida und Tlingit, waren traditionell als grimmige Krieger und Sklavenhändler bekannt, die ihre Beutezüge bis nach Kalifornien ausdehnten. Sklaverei war erblich, die Sklaven galten als Kriegsgefangene. Bei manchen Völkern des Pazifischen Nordwestens betrug der Sklavenanteil ein Viertel der Population. Ein Engländer, John R. Jewitt, der 1802 lebend gefangen genommen wurde, bietet in seinen Memoiren eine detaillierte Schilderung des Lebens in der Sklaverei und bestätigt auch die große Zahl von Sklaven, die damals gehalten wurden.

Unter der französischen Herrschaft

Der erste dokumentierte Sklavenkauf ereignete sich 1628 in Neufrankreich in der Provinz, die heute als Québec bekannt ist. Gegenstand des Handels war ein Junge aus Madagaskar, der den Namen Olivier Le Jeune trug. Einwohner von Neufrankreich erhielten Sklaven von ihren Verbündeten unter den einheimischen Völkern als Geschenk. Viele dieser Sklaven waren Gefangene, die in Kriegszügen gegen die Siedlungen der Fox-Indianer gemacht worden waren; die Fox waren ein traditioneller Rivale der Miami und der mit ihnen verbündeten Algonkin.

Seit dem frühen 18. Jahrhundert gelangten in zunehmendem Umfang Afrikaner nach Neufrankreich, meist als Sklaven der französischen Aristokratie. Als die Briten die Kolonie 1760 eroberten, lebten in Québec mehr als 1.000 Sklaven. Einheimische Sklaven waren in Neufrankreich zahlreicher und leichter zu erhalten, galten aber als weniger wertvoll. Einheimische Sklaven starben durchschnittlich mit 18, afrikanische Sklaven mit 25 Jahren.

Unter der britischen Herrschaft

Nach dem britischen Sieg bestand die Sklaverei in Kanada fort. Der Pariser Frieden von 1763 stellte ausdrücklich fest, dass der Status aller Sklaven derselbe bleiben werde wie unter der französischen Herrschaft: „Die Neger und Panis beiderlei Geschlechts bleiben, als Sklaven, im Besitz der Franzosen und Kanadier, denen sie gehören; diese können sie in der Kolonie in ihrem Dienst halten oder sie verkaufen“. Der Quebec Act von 1774, mit dem in der Kolonie erneut das französische bürgerliche Recht in Kraft gesetzt wurde, bestätigte das Recht der Kolonisten, Sklaven zu besitzen, zu kaufen und zu verkaufen.

Die Briten brachten Druckerpressen in die Kolonie, auf denen die ersten kanadischen Zeitungen gedruckt wurden. In diesen erschienen häufig Anzeigen, wenn Sklaven zu verkaufen oder weggelaufen waren. Die Historiker haben aus diesen Anzeigen gelernt, dass Sklaven oft zweisprachig waren, typischerweise als häusliches Dienstpersonal, als Farmarbeiter oder ausgebildete Arbeitskräfte eingesetzt und oft als Mulatten bezeichnet wurden. Dies zeigt, dass alle Abkommen von Sklaven, selbst wenn ein Elternteil frei und weiß war, ebenfalls Sklaven werden mussten. Es ist auch offensichtlich, dass die Sklaven mit ihrem Schicksal nicht zufrieden waren und ihre Eigentümer oft beschimpften, absichtlich Gegenstände zerstörten oder langsam arbeiteten, fortliefen oder sogar Suizid begingen. Sklaven erhoben sich auch gegen ihre Eigentümer; ein indianischer Sklave namens Charles wurde nach Martinique deportiert, nachdem er in Niagara einen Sklavenaufstand angeführt hatte.

Nachdem bei der Gründung der Vereinigten Staaten das Signal für eine langfristige Abschaffung der Sklaverei gesetzt worden war, verbrachten britische Loyalisten mehr als 2.000 Afroamerikaner ins britische Kanada. Einige andere wurden nach Prince Edward Island, auf die Kap-Breton-Insel und nach Neufundland gebracht. Die britische Kolonialregierung unterstützte dies und hatte im Imperial Act of 1790 alle Einfuhrzölle für Neger, Möbel, Haushaltsgegenstände und Kleidung aufgehoben, um die Einreise von Engländern zu ermutigen.

Der Historiker Marcel Trudel verzeichnet im gesamten Verlauf der kanadischen Geschichte 4.092 Sklaven und ca. 1.400 Sklavenbesitzer. Die Besitzer der 2.692 Sklaven einheimischen Ursprungs waren meist Franzosen, während die Eigentümer der 1.400 afrikanischstämmigen Sklaven meist Briten waren.

Die an Sklaven reichste Region war die um Montreal mit 2.077 Sklaven, gefolgt von Québec (Stadt) mit 1.059 Sklaven und Trois-Rivières mit 114 Sklaven. Zwischen den französischen Kolonisten und ihren Sklaven wurden mehrfach Ehen geschlossen, 31 davon mit einheimischen und 8 mit afrikanischstämmigen Sklaven.

1793 verabschiedete die Regierung des Gouverneurs John Graves Simcoe in Oberkanada den Act Against Slavery, der eine schrittweise Abschaffung der Sklaverei erlaubte. Sklaven, die bereits in der Provinz lebten, blieben bis zu ihrem Tod unfrei; es sollten jedoch keine neuen Sklaven eingeführt werden und Kinder, die von Sklavinnen geboren würden, sollten im Alter von 25 Jahren freigelassen werden. Dieses Gesetz stellte sicher, dass die Sklaverei in Oberkanada früher oder später enden würde, verringerte aber auch den Verkaufswert von Sklaven innerhalb der Provinz, sodass viele in die Vereinigten Staaten verkauft wurden. Manche Sklaven aus Oberkanada flohen auch in die Sklaverei-freien Staaten der USA.

1797 begannen kanadische Gerichte, Sklaven Recht zu geben, die ihre Eigentümer wegen schlechter Behandlung verklagten. In Niederkanada wurde dies erst üblich, nachdem der Richter William Osgoode 1803 festgestellt hatte, dass Sklaverei mit dem britischen Recht unvereinbar sei. Dieses historische Urteil schaffte die Sklaverei zwar nicht ab, hatte jedoch die Freilassung von 300 Sklaven und einen schnellen Niedergang der Sklaverei zur Folge. Dennoch existierte Sklaverei sowohl in Ober- als auch in Niederkanada, bis das britische Parlament 1834 den Slavery Abolition Act verabschiedete, mit denen die Sklaverei in allen Teilen des britischen Weltreichs abgeschafft wurde.

Die meisten der freigelassenen kanadischen Sklaven afrikanischer Herkunft wurden nach Freetown in Sierra Leone geschickt. Die in Kanada verbliebenen endeten meist in rein schwarzen Gemeinden wie Africville bei Halifax. Heute bestehen in Kanada noch vier Sklaven-Friedhöfe: in St.-Armand (Québec), Shelburne (Nova Scotia), Priceville (Ontario) und Dresden (Ontario).

In der Zeit der kanadischen Sklavenbefreiung entstand in den Vereinigten Staaten, vor allem in Ohio, die Underground Railroad, eine Organisation, die Sklaven in den amerikanische

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Kanadas Eigenständigkeit und Separatismus

Kanadas Eigenständigkeit und Separatismus: Bei den Verhandlungen zum Versailler Vertrag trat Kanada als eigenständiges Staatswesen auf und trat 1919 unabhängig von Großbritannien dem Völkerbund bei. Das Statut von Westminster von 1931 garantierte die gesetzgeberische Unabhängigkeit, gewisse verfassungsrechtliche Bindungen blieben jedoch weiter bestehen. Das Land war besonders stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen, als Reaktion darauf entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein gut ausgebauter Sozialstaat.

Kanada erklärte 1939 dem Deutschen Reich den Krieg. Trotz einer weiteren Wehrpflichtkrise spielten kanadische Truppen während des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle, insbesondere in der Atlantikschlacht, der Operation Jubilee, der Invasion Italiens, der Operation Overlord (Landung am Juno Beach) und der Schlacht an der Scheldemündung. 1945 wurden kanadische Soldaten maßgeblich während der Kämpfe um die Niederlande eingesetzt.

Die britische Kolonie Neufundland, die sich 1867 nicht dem Bundesstaat angeschlossen hatte und von 1907 bis 1934 ein unabhängiges Dominion gewesen war, trat 1949 nach einer lange andauernden politischen und wirtschaftlichen Krise als letzte Provinz der kanadischen Konföderation bei. 1965 wurde die neue Ahornblattflagge eingeführt und mit dem Inkrafttreten des Amtssprachengesetzes war Kanada ab 1969 offiziell ein zweisprachiges Land. Premierminister Pierre Trudeau strebte die vollständige formale Unabhängigkeit von Großbritannien an, die mit dem Verfassungsgesetz von 1982 und der Charta der Rechte und Freiheiten Wirklichkeit wurde.

Während der 1960er Jahre fand in Québec eine tiefgreifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzung statt, die als „Stille Revolution“ bekannt ist. Québecer Nationalisten begannen, mehr Autonomie oder gar die Unabhängigkeit zu fordern. Anschläge und Entführungen durch die Front de libération du Québec führten 1970 zur Oktoberkrise und zur kurzzeitigen Ausrufung des Ausnahmezustands. Moderate Nationalisten stellten ab 1976 die Provinzregierung, 1980 wurde ein erstes Unabhängigkeitsreferendum mit 59,6 % der Stimmen abgelehnt.

Bemühungen der Bundesregierung, Québec mit dem Meech Lake Accord als „sich unterscheidende Gesellschaft“ anzuerkennen, scheiterten 1989. Die vom separatistischen Bloc Québécois geführte Provinzregierung setzte 1995 das zweite Unabhängigkeitsreferendum an, das mit 49,4 % Zustimmung äußerst knapp scheiterte. 1999 wurde mit Nunavut das erste kanadische Territorium mit mehrheitlich indigener Bevölkerung geschaffen. Trotz einiger politischer Zugeständnisse ist die Unzufriedenheit unter den Ureinwohnern immer noch hoch.

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Kanadische Konföderation

Kanadische Konföderation: Während des Sezessionskriegs in den Vereinigten Staaten erkannten führende Politiker die Notwendigkeit, möglichen amerikanischen Expansionsbestrebungen einen starken Bundesstaat entgegenzustellen, und berieten in drei Verfassungskonferenzen über die Schaffung einer Kanadischen Konföderation. Daraus resultierte das Verfassungsgesetz von 1867, das am 1. Juli 1867 in Kraft trat und das Dominion Kanada schuf, das über eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien verfügte. Die Provinz Kanada wurde in Ontario und Québec aufgeteilt, hinzu kamen New Brunswick und Nova Scotia.

Der neue Bundesstaat kaufte 1869 der Hudson’s Bay Company das Nordwestliche Territorium und Ruperts Land ab und vereinigte diese zu den Nordwest-Territorien. Nach der Niederschlagung der Red-River-Rebellion der Métis schuf der Manitoba Act 1870 im Unruhegebiet die Provinz Manitoba. British Columbia und Vancouver Island (die sich 1866 vereinigt hatten) traten 1871 der Konföderation bei, zwei Jahre später folgte Prince Edward Island.

Um den Westen für die Besiedlung durch Einwanderer zu erschließen, beteiligte sich die Regierung an der Finanzierung von transkontinentalen Eisenbahnen und gründete die North-West Mounted Police (heute Royal Canadian Mounted Police), um die staatliche Kontrolle über die Prärien und subarktischen Regionen durchzusetzen. Die Nordwest-Rebellion und die darauf folgende Hinrichtung des Métis-Anführers Louis Riel 1885 führten zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen den beiden Sprachgruppen. Als direkte Folge des Klondike-Goldrauschs wurde 1898 das Yukon-Territorium geschaffen. Aufgrund der zunehmenden Besiedlung der Prärie entstanden 1905 aus dem südlichen Teil der Nordwest-Territorien die Provinzen Alberta und Saskatchewan. Mit den Indianern schloss Kanada zwischen 1871 und 1921 elf Verträge ab, die ihnen gegen geringe Kompensationen Reservate zuwiesen, ihnen aber ihre gewohnte Lebensweise garantierten. Bis in die 1960er Jahre versuchte man sie zwangsweise zu assimilieren und verbot den Schülern den Gebrauch ihrer Muttersprachen. Die Ureinwohner durften bis 1960 nicht an Parlamentswahlen auf nationaler Ebene teilnehmen.

An der Seite Großbritanniens nahm Kanada ab 1914 am Ersten Weltkrieg teil und entsandte Freiwillige an die Westfront. Als die Regierung versuchte, gegen den Widerstand des französischsprachigen Bevölkerungsteils den obligatorischen Wehrdienst einzuführen, kam es zur Wehrpflichtkrise von 1917.

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Britische Herrschaft in Kanada

Britische Herrschaft in Kanada: Mit der Königlichen Proklamation von 1763 entstand aus dem ehemaligen Neufrankreich die britische Provinz Québec, im selben Jahr gelangte die Kap-Breton-Insel zur Kolonie Nova Scotia. Auch wurden Rechte der französischen Kanadier eingeschränkt. 1769 wurde eine weitere Kolonie namens St. John’s Island (seit 1798 Prince Edward Island) gegründet. Um Konflikte in Québec abzuwenden verabschiedete das britische Parlament 1774 den Quebec Act. Das Gebiet Québecs wurde zu den Großen Seen und zum Ohiotal ausgedehnt. Für die französischsprachige Bevölkerungsmehrheit galt das französische Zivilrecht und Französisch war als Sprache in der Öffentlichkeit anerkannt; durch die Zusicherung der freien Religionsausübung konnte die Römisch-katholische Kirche in der Kolonie verbleiben.

Das Gesetz verärgerte jedoch die Bewohner der Dreizehn Kolonien, die darin eine unzulässige Beschränkung ihrer nach Westen gerichteten Expansion sahen. Der Quebec Act war eines jener „unerträglichen Gesetze“ (Intolerable Acts), die schließlich zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führten. Der Frieden von Paris erkannte die amerikanische Unabhängigkeit an und die Gebiete südlich der Großen Seen fielen an die Vereinigten Staaten. Etwa 50.000 Loyalisten flohen in das heutige Kanada, dazu kamen mit den Briten verbündete Indianerstämme, wie die Mohawk. New Brunswick wurde 1784 von Nova Scotia abgetrennt, um die Ansiedlung der Loyalisten an der Atlantikküste besser organisieren zu können. Um den nach Québec geflohenen Loyalisten entgegenzukommen, verabschiedete das britische Parlament das Verfassungsgesetz von 1791, das die Provinz Québec in das französischsprachige Niederkanada und das englischsprachige Oberkanada teilte und beiden Kolonien ein gewähltes Parlament gewährte.
Sieg der Briten gegen die Amerikaner in der Schlacht von Queenston Heights (1812), James B. Dennis (1777-1855), Öl auf Leinwand, undatiert

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien entluden sich im Britisch-Amerikanischen Krieg, der von 1812 bis 1814 dauerte und letztlich ergebnislos endete. In Kanada wird der Krieg bis heute als erfolgreiche Abwehr amerikanischer Invasionsversuche betrachtet. Die britisch- und französischstämmige Bevölkerung entwickelte durch den Kampf gegen einen gemeinsamen Feind ein kanadisches Nationalgefühl, die Loyalität der britischen Krone gegenüber wurde gestärkt.

Der Wunsch nach Selbstverwaltung und der Widerstand gegen die wirtschaftliche und politische Vorherrschaft einer kleinen Elite führten zu den Rebellionen von 1837, die rasch niedergeschlagen wurden. Lord Durham empfahl daraufhin in seinem Untersuchungsbericht die Einsetzung einer selbstverantwortlichen Regierung und die allmähliche Assimilierung der französischen Kanadier in die britische Kultur. Der Act of Union 1840 verschmolz Nieder- und Oberkanada zur Provinz Kanada und erhob das Englische zur alleinigen Amtssprache. Bis 1849 erhielten auch die weiteren Kolonien in Britisch Nordamerika eine eigene Regierung.

Zwei Handelsgesellschaften, die Hudson’s Bay Company (HBC) und die North West Company (NWC), kontrollierten den Handel in den weiten, nur von wenigen Ureinwohnern besiedelten Gebieten der Prärien und der Subarktis. Die HBC hatte 1670 Ruperts Land als Pachtgebiet erhalten und besaß dort das Handelsmonopol mit Pelzen. Da aber auch die NWC dort Fuß zu fassen versuchte, kam es wiederholt zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach dem Pemmikan-Krieg in der Red-River-Kolonie (heute Manitoba) wurde die NWC 1821 zwangsliquidiert und die HBC dehnte ihr Monopol auf fast den gesamten Nordwesten des Kontinents aus. 1846 schlossen die Vereinigten Staaten und Großbritannien den Oregon-Kompromiss, der westlich der Großen Seen den 49. Breitengrad als gemeinsame Grenze festlegte. Daraufhin folgte die Gründung der an der Pazifikküste gelegenen Kolonien Vancouver Island (1849) und British Columbia (1858).

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Kanadas Frühgeschichte und Kolonialisierung

Kanadas Frühgeschichte und Kolonialisierung: Indianer (in Kanada First Nations genannt) besiedelten Nordamerika vor mindestens 12.000 Jahren, vor rund 5000 Jahren folgten die Inuit.

Europäische Siedler erreichten Nordamerika spätestens um das Jahr 1000, als Wikinger während kurzer Zeit in L’Anse aux Meadows am nördlichsten Ende von Neufundland lebten. Als „Entdecker“ Nordamerikas gilt Giovanni Caboto, ein italienischer Seefahrer in englischen Diensten. Dieser landete am 24. Juni 1497 möglicherweise auf der Kap-Breton-Insel und nahm das Land für England in Besitz. Baskische Walfänger und Fischer kamen ab etwa 1525 regelmäßig an die ostkanadische Küste und beuteten ein Jahrhundert lang die Ressourcen in der Region zwischen der Neufundlandbank und Tadoussac aus. Eine Expedition unter der Leitung von Jacques Cartier erkundete 1534/35 das Gebiet um den Sankt-Lorenz-Golf und den Sankt-Lorenz-Strom und erklärte es zu französischem Besitz.
Kanu der Hudson’s Bay Company wohl auf dem French River, Frances Anne Hopkins 1869

Samuel de Champlain gründete 1605 mit Port Royal (heute Annapolis Royal) und 1608 mit Québec die ersten dauerhaften Ansiedlungen in Neufrankreich. Die französischen Kolonisten teilten sich in zwei Hauptgruppen: Die Canadiens besiedelten das Tal des Sankt-Lorenz-Stroms, die Akadier (Acadiens) die heutigen Seeprovinzen. Französische Pelzhändler und katholische Missionare erforschten die Großen Seen, die Hudson Bay und den Mississippi bis nach Louisiana. Die Engländer gründeten ab 1610 Fischerei-Außenposten auf Neufundland und besiedelten die weiter südlich gelegenen Dreizehn Kolonien.

Zwischen 1689 und 1763 kam es in Nordamerika zu vier kriegerischen Konflikten zwischen Engländern (bzw. Briten) und Franzosen, die jeweils Teil von Erbfolgekriegen in Europa waren. Der King William’s War (1689–1697) brachte keine territorialen Veränderungen, doch nach Ende des Queen Anne’s War (1702–1713) gelangte Großbritannien durch den Frieden von Utrecht in den Besitz von Akadien, Neufundland und der Hudson-Bay-Region. Die Briten eroberten 1745 im King George’s War die französische Festung Louisbourg auf der Kap-Breton-Insel, gaben diese aber 1748 gemäß dem Frieden von Aachen wieder zurück. Der Franzosen- und Indianerkrieg (1754–1763) brachte schließlich die Entscheidung: Mit dem Pariser Frieden musste Frankreich 1763 fast alle seine Besitzungen in Nordamerika abtreten.

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