Sklaverei in Kanada

Sklaverei in Kanada wurde vor der Ankunft der europäischen Kolonialherren bereits seit Jahrtausenden von den First Nations praktiziert, die traditionell Sklaven von benachbarten Völkern nahmen. Sklaverei im engeren Sinne – als erbliche Sklaverei, bei der Menschen als Privateigentum eines Individuums betrachtet werden – begann freilich erst mit der europäischen Besiedelung von Kanada, kurz nach der Gründung der Kolonien im frühen 17. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Sklaven wurde als häusliches Dienstpersonal verwendet, einige wurden jedoch auch bei der Feldarbeit eingesetzt. Einige waren afrikanischer Abstammung, andere waren kanadische Ureinwohner. Für letztere war die Bezeichnung Panis gebräuchlich, eine Verballhornung des Wortes Pawnee.

Sklaverei bei den First Nations

Unter den sklavenhaltenden Ethnien auf dem späteren Staatsgebiet von Kanada befanden sich z. B. Fischereivölker wie die Yurok, die entlang der Pazifikküste lebten, vom heutigen Alaska bis nach Kalifornien. Viele der Völker der Nordwestküste, wie die Haida und Tlingit, waren traditionell als grimmige Krieger und Sklavenhändler bekannt, die ihre Beutezüge bis nach Kalifornien ausdehnten. Sklaverei war erblich, die Sklaven galten als Kriegsgefangene. Bei manchen Völkern des Pazifischen Nordwestens betrug der Sklavenanteil ein Viertel der Population. Ein Engländer, John R. Jewitt, der 1802 lebend gefangen genommen wurde, bietet in seinen Memoiren eine detaillierte Schilderung des Lebens in der Sklaverei und bestätigt auch die große Zahl von Sklaven, die damals gehalten wurden.

Unter der französischen Herrschaft

Der erste dokumentierte Sklavenkauf ereignete sich 1628 in Neufrankreich in der Provinz, die heute als Québec bekannt ist. Gegenstand des Handels war ein Junge aus Madagaskar, der den Namen Olivier Le Jeune trug. Einwohner von Neufrankreich erhielten Sklaven von ihren Verbündeten unter den einheimischen Völkern als Geschenk. Viele dieser Sklaven waren Gefangene, die in Kriegszügen gegen die Siedlungen der Fox-Indianer gemacht worden waren; die Fox waren ein traditioneller Rivale der Miami und der mit ihnen verbündeten Algonkin.

Seit dem frühen 18. Jahrhundert gelangten in zunehmendem Umfang Afrikaner nach Neufrankreich, meist als Sklaven der französischen Aristokratie. Als die Briten die Kolonie 1760 eroberten, lebten in Québec mehr als 1.000 Sklaven. Einheimische Sklaven waren in Neufrankreich zahlreicher und leichter zu erhalten, galten aber als weniger wertvoll. Einheimische Sklaven starben durchschnittlich mit 18, afrikanische Sklaven mit 25 Jahren.

Unter der britischen Herrschaft

Nach dem britischen Sieg bestand die Sklaverei in Kanada fort. Der Pariser Frieden von 1763 stellte ausdrücklich fest, dass der Status aller Sklaven derselbe bleiben werde wie unter der französischen Herrschaft: „Die Neger und Panis beiderlei Geschlechts bleiben, als Sklaven, im Besitz der Franzosen und Kanadier, denen sie gehören; diese können sie in der Kolonie in ihrem Dienst halten oder sie verkaufen“. Der Quebec Act von 1774, mit dem in der Kolonie erneut das französische bürgerliche Recht in Kraft gesetzt wurde, bestätigte das Recht der Kolonisten, Sklaven zu besitzen, zu kaufen und zu verkaufen.

Die Briten brachten Druckerpressen in die Kolonie, auf denen die ersten kanadischen Zeitungen gedruckt wurden. In diesen erschienen häufig Anzeigen, wenn Sklaven zu verkaufen oder weggelaufen waren. Die Historiker haben aus diesen Anzeigen gelernt, dass Sklaven oft zweisprachig waren, typischerweise als häusliches Dienstpersonal, als Farmarbeiter oder ausgebildete Arbeitskräfte eingesetzt und oft als Mulatten bezeichnet wurden. Dies zeigt, dass alle Abkommen von Sklaven, selbst wenn ein Elternteil frei und weiß war, ebenfalls Sklaven werden mussten. Es ist auch offensichtlich, dass die Sklaven mit ihrem Schicksal nicht zufrieden waren und ihre Eigentümer oft beschimpften, absichtlich Gegenstände zerstörten oder langsam arbeiteten, fortliefen oder sogar Suizid begingen. Sklaven erhoben sich auch gegen ihre Eigentümer; ein indianischer Sklave namens Charles wurde nach Martinique deportiert, nachdem er in Niagara einen Sklavenaufstand angeführt hatte.

Nachdem bei der Gründung der Vereinigten Staaten das Signal für eine langfristige Abschaffung der Sklaverei gesetzt worden war, verbrachten britische Loyalisten mehr als 2.000 Afroamerikaner ins britische Kanada. Einige andere wurden nach Prince Edward Island, auf die Kap-Breton-Insel und nach Neufundland gebracht. Die britische Kolonialregierung unterstützte dies und hatte im Imperial Act of 1790 alle Einfuhrzölle für Neger, Möbel, Haushaltsgegenstände und Kleidung aufgehoben, um die Einreise von Engländern zu ermutigen.

Der Historiker Marcel Trudel verzeichnet im gesamten Verlauf der kanadischen Geschichte 4.092 Sklaven und ca. 1.400 Sklavenbesitzer. Die Besitzer der 2.692 Sklaven einheimischen Ursprungs waren meist Franzosen, während die Eigentümer der 1.400 afrikanischstämmigen Sklaven meist Briten waren.

Die an Sklaven reichste Region war die um Montreal mit 2.077 Sklaven, gefolgt von Québec (Stadt) mit 1.059 Sklaven und Trois-Rivières mit 114 Sklaven. Zwischen den französischen Kolonisten und ihren Sklaven wurden mehrfach Ehen geschlossen, 31 davon mit einheimischen und 8 mit afrikanischstämmigen Sklaven.

1793 verabschiedete die Regierung des Gouverneurs John Graves Simcoe in Oberkanada den Act Against Slavery, der eine schrittweise Abschaffung der Sklaverei erlaubte. Sklaven, die bereits in der Provinz lebten, blieben bis zu ihrem Tod unfrei; es sollten jedoch keine neuen Sklaven eingeführt werden und Kinder, die von Sklavinnen geboren würden, sollten im Alter von 25 Jahren freigelassen werden. Dieses Gesetz stellte sicher, dass die Sklaverei in Oberkanada früher oder später enden würde, verringerte aber auch den Verkaufswert von Sklaven innerhalb der Provinz, sodass viele in die Vereinigten Staaten verkauft wurden. Manche Sklaven aus Oberkanada flohen auch in die Sklaverei-freien Staaten der USA.

1797 begannen kanadische Gerichte, Sklaven Recht zu geben, die ihre Eigentümer wegen schlechter Behandlung verklagten. In Niederkanada wurde dies erst üblich, nachdem der Richter William Osgoode 1803 festgestellt hatte, dass Sklaverei mit dem britischen Recht unvereinbar sei. Dieses historische Urteil schaffte die Sklaverei zwar nicht ab, hatte jedoch die Freilassung von 300 Sklaven und einen schnellen Niedergang der Sklaverei zur Folge. Dennoch existierte Sklaverei sowohl in Ober- als auch in Niederkanada, bis das britische Parlament 1834 den Slavery Abolition Act verabschiedete, mit denen die Sklaverei in allen Teilen des britischen Weltreichs abgeschafft wurde.

Die meisten der freigelassenen kanadischen Sklaven afrikanischer Herkunft wurden nach Freetown in Sierra Leone geschickt. Die in Kanada verbliebenen endeten meist in rein schwarzen Gemeinden wie Africville bei Halifax. Heute bestehen in Kanada noch vier Sklaven-Friedhöfe: in St.-Armand (Québec), Shelburne (Nova Scotia), Priceville (Ontario) und Dresden (Ontario).

In der Zeit der kanadischen Sklavenbefreiung entstand in den Vereinigten Staaten, vor allem in Ohio, die Underground Railroad, eine Organisation, die Sklaven in den amerikanische

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Torontos Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

1820 hatte Toronto 1.250 Einwohner, viele Indianerdörfer waren erheblich größer. Doch gelang es Toronto zum einen, die starke Stellung Montreals im Bankenwesen zu brechen, zum anderen förderte die Stadt früh die Industrialisierung. 1833 wurden in Toronto mit 80 Beschäftigten erstmals Dampfmaschinen hergestellt, ab 1857 wurden Lokomotiven produziert und ein breites Spektrum an zuliefernden Betrieben entstand.

Zugleich förderte die Regierung die Einwanderung, so dass die Bevölkerungszahl steil anstieg. Größter Gewinner war dabei Toronto, das um 1850 mit 31.000 Einwohnern bereits die größte Stadt im Westen war und in den folgenden zehn Jahren seine Einwohnerzahl mehr als verdoppelte. Es konnte seine Waren unter Umgehung Kingstons nach Montreal bringen, und dabei den Weg über den Ontariosee nutzen. Gleichzeitig war es mit New York verbunden, wohin bereits 1847 eine Telegrafenverbindung bestand. Das Kapital zum Bau der Eisenbahnen, die Kanadas Metropolen zwischen Halifax und Vancouver verbanden, stammte überwiegend aus Großbritannien, von wo auch die meisten Einwanderer stammten. Damit stemmten sich London und später Ottawa erfolgreich gegen den politischen Anschluss Kanadas an die USA. Toronto profitierte dennoch von den dortigen Absatzmöglichkeiten. Zugleich veranlasste der zunehmende Separatismus der frankophonen Kanadier viele Unternehmen, nach Toronto zu gehen.

Als Montreal Zentrum der Eisenbahnindustrie wurde, begann die Hauptstadt Ontarios in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende auf Elektroindustrie und Autobau, später Flugzeugbau zu setzen. Damit war Toronto einer der Nutznießer der Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg. Versandhäuser wie Eaton’s versorgten einen wachsenden, bald auch internationalen Markt, der Ausbau der Infrastruktur erforderte neue Arbeitskräfte. Nach dem Krieg sprengte die Zuwanderung die Stadtgrenzen und größere organisatorische Einheiten, wie die Metropolregion, entstanden. Die Kernstadt hatte von 1901 bis 1951 ihre Einwohnerzahl verfünffacht.

Schließlich stieg der Anteil der Beschäftigten in den Dienstleistungsgewerben stark an, die bald zu den mit Abstand größten Arbeitgebern wurden. Da viele dieser Gewerbe ohne ausgebildetes Personal auskamen, zudem ausländisches Kapital in die Stadt floss, kamen zunehmend Einwanderer aus wirtschaftlich aufstrebenden Ländern mit starkem Bevölkerungswachstum. Zwischen 1951 und 2001 vervierfachte sich die Zahl der Bewohner der Metropolregion.

Aktuelle Situation

Bei der Volkszählung aus dem Jahr 2001 wurden 2.481.494 Einwohnern ermittelt, 2006 wurde die Einwohnerzahl auf gut 2,6 Millionen geschätzt. Im Großraum Toronto lebten etwa 5,5 Millionen Menschen. Mit 2,5 Millionen lebt knapp die Hälfte in der Kernstadt, der Rest verteilt sich auf 24 Gemeinden mit einer Gesamtfläche von 7.125 Quadratkilometern. In den Jahren 1996 bis 2006 wuchs die Stadt jährlich um 1,8 % und gehört damit zu den am schnellsten wachsenden Ballungsräumen in Kanada. Absolut entspricht dies einem Zuzug von fast 100.000 Bewohnern jährlich. Wegen der hohen Dichte im Stadtkern wachsen vor allem die Gemeinden des Umlands. Brampton, Vaughan, Richmond Hill, Markham, Ajax, Whitby verzeichneten von 2001 bis 2006 insgesamt eine Zunahme von 20 %. Das starke Wachstum beruht vor allem auf der internationalen Zuwanderung. In den Jahren 2001 bis 2006 wanderten 447.900 Menschen aus dem Ausland in die Stadtregion ein. Der Anteil der im Ausland geborenen Einwohner machte 45,7 % bzw. 2,32 Millionen (2006) aus; die Stadt ist damit das bedeutendste kanadische Zuwanderungsziel. Die größten Einwanderungsgruppen stammen aus Indien mit 77.800 und China mit 63.900 Menschen. Die hohe Zuwanderungsrate wirkt sich verteuernd auf den Wohnungsmarkt aus, weshalb Immigranten sich heute verstärkt in den umliegenden Städten niederlassen. Die höchsten Anteile an nicht in Kanada geborenen Bürgern haben die benachbarten Städte Markham mit 56,5 % und Mississauga mit 51,6 %.

Laut einer Erhebung im Jahr 2001 stammen 43,7 % der Stadtbevölkerung nicht aus Kanada; dieser Anteil stieg in den letzten Jahren stetig – 1991 betrug der Anteil noch 38 %. Die Vielzahl der Bevölkerungsgruppen spiegelt sich in den vielen von einer Gruppe geprägten Stadtvierteln wie z. B. Chinatown, Little Italy, Greektown oder Koreatown wider. Dabei bilden die Einwohner, die aus Südasien stammen mit 12,0 % den größten Anteil; gefolgt von Chinesischstämmigen mit 11,4 % und Afroamerikanern mit 8,4 %.

Sprachen

Die vorherrschende Sprache in Toronto ist Englisch. Nur etwa 1,4 % der Bevölkerung spricht französisch. Bedeutsame Sprachgruppen sind vor allem Chinesisch, Portugiesisch und Italienisch. Nur eine verschwindende Minderheit von 2,1 % beherrscht die Zweisprachigkeit von Englisch und Französisch.

Jüdische Immigranten und Flüchtlinge

Juden lassen sich in Toronto seit den 1830er Jahren nachweisen, in den 1850 er Jahren lebten 18 Familien in der Stadt. 1856 entstand die erste Synagoge. Pogrome veranlassten osteuropäische Juden, nach Kanada auszuwandern. Entsprechend der Herkunftsländer entstanden (ausschließlich orthodoxe) Kongregationen, es entstanden Yiddish Theatres, Nachmittagsschulen und eine Zeitung. Dabei lebten die aus Großbritannien Eingewanderten östlich der Yonge Street, die Osteuropäer im wenig angesehenen Quartier St. John’s Ward. Bis in die 1950er Jahre blieb das Gebiet um Spadina Avenue/Kensington Market das Kerngebiet der zersplitterten jüdischen Gemeinde, viele zogen danach weiter nordwärts. Dennoch bleibt die jüdische Gemeinde in Downtown verankert, wo das Miles Nadal Jewish Community Centre’ entstand, es besteht ein eigenes Downtown Jewish Community Council.

Mit der Weltwirtschaftskrise schränkte die konservative Regierung unter Richard Bedford Bennett Anfang der 1930er Jahre die Immigration, die vorher gefördert worden war, drastisch ein. Damit ging ein selektives Prinzip einher, nach dem Immigranten aus Nord- und Westeuropa sowie Bürger aus den USA bevorzugt wurden. 1931 waren von den 631.207 Bewohnern 45.305 Juden. Die allgemeine Beschränkung und ein latenter Antisemitismus in Kanada führten dazu, dass zwischen 1930 und 1940 nur rund 12.600 jüdische Immigranten in Kanada aufgenommen wurden; 4000 davon kamen aus Deutschland. In Toronto waren die Juden die größte ethnische Gruppe, die vor allem während der Krisenzeiten als Sündenbock diente. Ihnen wurde teilweise der Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen untersagt, es kam sogar zu Boykotten jüdischer Geschäfte. Keine Universität war bereit, ihr Kursangebot auf Internierte auszuweiten, lediglich die Queen’s University in Kingston nahm eine kleine Gruppe auf, die vor allem an Ingenieurkursen interessiert war. Die Ablehnung hielt auch während des Krieges an. Noch im Oktober 1945 war der Status der Flüchtlinge und Internierten nicht abschließend geklärt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Kanada rund 3500 Flüchtlinge einschließlich 966 Internierter aufgenommen.

Religion

Entsprechend der multikulturellen Einwohnerstruktur gibt es in der Stadt eine Vielzahl von unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten. Die christlichen Religionen bilden dabei die größte Gruppe mit gut 50 %. Die römisch-katholische Kirche gehört zum Erzbistum Toronto. Der Anteil der Konfessionslosen beträgt 18,7 %.

Die Religionszugehörigkeit verteilt sich nach Erhebungen des Jahres 2001 wie folgt:

* Katholische Kirche: 31,1 %
* Protestantische Kirchen: 21,1 %
* Orthodoxe Kirche: 4,8 %
* Koptische Kirche: 0,2 %
* Andere christliche Glaubensrichtungen: 3,9 %
* Islam: 6,7 %
* Hinduismus: 4,8 %
* Jüdisch: 4,2 %
* Buddhismus: 2,7 %
* Sikhismus: 0,9 %
* Andere fernöstliche Religionen: 0,2 %

Soziale Probleme

In Toronto gab es 2003 rund 552.300 Haushalte unterhalb der Armutsgrenze. Mehr als 250.000 Familien mussten über 30 % ihres Einkommens für die Miete ausgeben, 20 % zahlten mehr als 50 % ihres Einkommens. Diese Entwicklung ist auf die stark steigenden Mietpreise zurückzuführen, die sich allein zwischen 1997 und 2001 um 31 % erhöhten. Rund 71.000 Haushalte warteten auf die Errichtung von staatlich geförderten Wohnungen. Im Gegensatz zu den 1980er und frühen 1990er Jahren stagnierte trotz der steigenden Bevölkerung das Angebot an Mietwohnungen.

Allein im Jahr 2002 waren 31.985 Menschen mindestens einmal in einem Obdachlosenasyl gemeldet. Seit den 1990er Jahren hat sich diese Zahl um 21 % erhöht und seit 1988 sogar um 40 %. 1988 waren dabei 91,3 % von ihnen Einzelpersonen, doch sank diese Zahl bis 1999 auf 81,3 %. Gleichzeitig stieg die Zahl der Familien von 1,7 % (1988) auf 9,6 % (1999).

Die Provinzregierung und die Stadt versuchen durch Investitionen in den Wohnungsbau den Problemen entgegenzuwirken. Dazu wurde unter anderem das Wohnungsbauprojekt Let’s Build ins Leben gerufen, in das bis zum Jahr 2001 rund 10,6 Millionen Dollar flossen. Dadurch entstanden 384 erschwingliche Wohnungen für rund 660 Mieter mit geringem Einkommen. Nach Beendigung des Projektes setzte die Stadt mit rund 11,8 Millionen Dollar Let’s Build fort. Darüber hinaus gab es weitere Maßnahmen, welche die Bekämpfung von Armut und die flächendeckende medizinische Versorgung von Obdachlosen vorsahen.

Kriminalität

Eine niedrige Kriminalitätsrate hat der Stadt den Ruf der sichersten Großstadt Nordamerikas eingebracht. 1999 lag die Rate der Tötungsdelikte bei 1,9 pro 100.000 Menschen. Vergleichsweise lag diese Rate im selben Jahr bei 34,5 in Atlanta, 5,5 in Boston, 7,3 in New York, 2,8 in Vancouver und 45,5 in Washington D. C.. Das bisherige Maximum an Tötungsdelikten verzeichnete Toronto 1991 mit 3,9 pro 100.000 Einwohnern. Auch bei den Raubdelikten liegt die Stadt, verglichen mit anderen nordamerikanischen Großstädten, sehr niedrig mit 115,1 Überfälle pro 100.000 Einwohner. Dallas hatte im Vergleich 583,7 Delikte pro 100.000 Einwohner, 397,9 waren es in Los Angeles, 193,9 in Montreal. Die generelle Kriminalitätsrate lag bei 48 Delikten auf 100.000 Einwohner. Auch diese Vergleichsgröße liegt deutlich niedriger als in anderen Großstädten wie beispielsweise Cincinnati mit 326, Los Angeles mit 283, New York mit 195 und Vancouver mit 239.

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Torontos Partnerstädte

Städtepartnerschaften bestehen mit:

Chongqing, China. Chongqing und Toronto haben im Mai 2006 drei Handelsverträge im Wert von 50 Millionen US-Dollar geschlossen. Die Partnerschaft besteht seit 1986.

Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten. Der frühere Bürgermeister Art Eggleton und der Chicagoer Bürgermeister Richard M. Daley unterzeichneten in der Börse von Chicago 1991 den Partnerschaftsvertrag.

Frankfurt am Main, Deutschland. Mit Frankfurt am Main werden seit Anbeginn der Partnerschaft regelmäßige Austauschprogramme betrieben, für die der Vertrag am 26. September 1989 vom damaligen Frankfurter Oberbürgermeister Volker Hauff und dem Torontoer Bürgermeister Art Eggleton im Frankfurter Rathaus Römer unterschrieben wurde. Im Mai 1991 spielte beispielsweise das Toronto Symphony Orchestra in der Jahrhunderthalle Höchst. Neben dem kulturellen Austausch gibt es auch auf wissenschaftlicher Ebene Kooperationen durch Studienaufenthalte von Professoren und Studenten und gemeinsame Seminare.

Mailand, Italien, seit dem 30. Juni 2003

São Paulo, Brasilien

Nicht mehr bestehende Städtepartnerschaften hatte Toronto mit den Städten Amsterdam, Wuxi und Indianapolis. Freundschaftlich verbunden ist Toronto mit Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), Kiew (Ukraine), Rostow am Don (Russland), Quito (Ecuador), Sagamihara (Japan) und Warschau (Polen).

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Wappen und Flagge Torontos

Die Flagge der Stadt Toronto wurde vom damals 21-jährigen Studenten Renato entworfen. Dieser Entwurf gewann einen Designwettbewerb im Jahre 1974. Die Flagge zeigt stilisiert die beiden Türme der City Hall auf blauem Grund mit dem kanadischen Nationalsymbol, dem roten Ahornblatt, an seiner Basis. Nach der Gebietsreform 1997 hielt die Stadtregierung vergeblich nach einem neuen Design Ausschau. Daraufhin wurde der Vorschlag umgesetzt, kleinere Veränderungen an dem Entwurf von 1974 vorzunehmen, die im Oktober 1999 zur nun gültigen Flagge führten. Der Freiraum oberhalb und zwischen den Türmen stellt den Buchstaben „T“ dar, die Initiale der Stadt Toronto. Der Wappenschild repräsentiert die beiden Türme des Rathauses und den blauen Himmel in Form eines T für Toronto

Das Wappen der Stadt Toronto wurde von Robert Watt geschaffen und im Zuge der Gebietsreform 1998 eingeführt. Es zeigt auf der linken Seite einen Biber und auf der rechten einen Bären, die sich gegenüberstehen und den Stadtschild halten. Beide Tiere stehen auf einem begrünten Hügel mit einem blauen T für Toronto auf goldenem Grund. Auf dem Wappen befinden sich außerdem eine Krone und ein Adler. Unterhalb des Wappens symbolisieren drei blaue senkrechte Wellenlinien die Flüsse Humber, Don und Rouge. Darunter ist eine waagerechte Wellenlinie für den Ontariosee dargestellt, in den die drei Flüsse münden. Unter dem Stadtwappen befindet sich ein Band mit dem Motto „Diversity Our Strength“ (deutsch: „Vielfalt ist unsere Stärke“), von zwei kanadischen, roten Ahornblättern umrahmt. Das Motto wurde anlässlich der Gebietsreform 1998 eingeführt.

Neben dem Wappen und der Flagge wird die Silhouette des Rathauses auch für das Stadtsignet verwendet.

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Politische Strukturen in Toronto

Torontos Stadtverwaltung ist einstufig, das Regierungssystem besteht aus Bürgermeister und Stadtverordneten. Diese Verwaltungsstruktur ist im City of Toronto Act festgeschrieben. Der Bürgermeister wird durch die Stadtbevölkerung direkt gewählt und ist Vorsitzender der Stadtregierung. Der Toronto City Council ist eine aus einer Kammer bestehende Legislative mit 44 Stadträten, welche die Stadtbezirke repräsentieren. Der Bürgermeister und die Stadträte werden seit der Wahl im Jahre 2006 für eine vierjährige Legislaturperiode gewählt, vorher war sie dreijährig. Bürgermeister ist seit 2003 David Miller (* 1958), der als 63. das Amt bekleidet. Er wurde mit 56,97 % der Stimmen am 13. November 2006 wiedergewählt und setzte sich gegen Jane Pitfield durch, die 32,32 % errang. Erst seit der Umbenennung von York in Toronto hat die Stadt offiziell einen Bürgermeister. Davor stand der Chairman of the General Quarter Session of Peace dem Ort vor.

Seit Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2007 besteht die Stadtregierung aus sieben Kommissionen mit je einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter und vier Stadträten, die alle vom Bürgermeister benannt werden. Ein Exekutivkomitee besteht aus den Kommissionsvorsitzenden, dem Bürgermeister, seinem Stellvertreter und vier anderen Stadträten. Die Räte überwachen auch die Verkehrsbetriebe der Stadt Toronto (Toronto Transit Commission) und den Polizeidienst der Stadt (Toronto Police Services Board). Die Stadtregierung hat ihren Sitz im Neuen Rathaus am Nathan Phillips Square.

Es gibt rund 40 Unterkommissionen, Beratungsstäbe und Runde Tische, die ebenfalls der Stadtregierung angehören. Diese Institutionen werden von Stadträten und von freiwilligen Bürgern gebildet. Dazu kommen vier weitere Gemeinderäte, die den Stadträten Empfehlungen geben, allerdings keine eigenständigen Entscheidungsvollmachten haben. Jedem Stadtrat ist ein Mitglied aus dem Gemeinderat unterstellt. Toronto verfügte 2006 über einen Haushalt in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar. Die Stadt wird von der Provinzregierung Ontario durch Steuern und Abgaben finanziert. Die Ausgaben der Stadt verteilen sich wie folgt: 36 % fließen in Programme der Provinz, 53 % dienen städtischen Aufgaben wie beispielsweise der öffentlichen Bücherei (Toronto Public Library) und dem Zoo von Toronto, 11 % werden für Fremdfinanzierungen und nicht zweckgebundene Aufwendungen verwendet.

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Die Geschichte Torontos

Voreuropäische Besiedlung
Der 20 m hohe Taber Hill in Scarborough, ein irokesischer Mound. Dort fanden sich Überreste von etwa 472 Menschen aus der Zeit um 1250.

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung im Raum der heutigen Stadt Toronto sind 11.000 Jahre alt. Indigene Völker zogen nach der letzten Eiszeit von Süden an das Nordufer des Ontariosees. Die Wyandot nannten den Ort Tarantua, abgeleitet von tkaronto aus der Sprache der Mohawk, die zu den Irokesen gehören. Es bedeutet Ort, an dem Bäume am Wasser stehen und später Ort der Zusammenkünfte oder Treffpunkt. Die Bezeichnung geht auf den Lake Simcoe, an dem die Wyandot Bäume pflanzten und fischten und auf eine viel genutzte Portageroute vom Lake Simcoe zum Lake Huron (Toronto Carrying-Place Trail) zurück.

Das heutige Stadtgebiet war die Heimat einer Reihe von First Nations, die am Ufer des Ontariosees lebten. Zu Beginn der europäischen Besiedlung lebten in der Nähe von Toronto die Neutralen, die die Franzosen so nannten, weil sie sich zu dieser Zeit aus den Kriegen heraushielten. Sie wurden Mitte des 17. Jahrhunderts von den Irokesen vernichtet. Daher lebten im Großraum Toronto Seneca, Mohawk, Oneida und Cayuga, die zu den Irokesen zählten. Unmittelbare Nachbarn waren die Senecadörfer Teiaiagon und Ganatsekwyagon.

Europäische Entdeckung und Besiedlung

Französische Handelskaufleute gründeten an der Stelle des heutigen Exhibition Place 1750 Fort Rouillé, das bereits 1759 wieder abgerissen wurde. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges strömten britische Siedler in die Region. 1787 kam der sogenannte Toronto Purchase zustande, eine Vereinbarung zwischen der britischen Monarchie und der Mississaugas of the New Credit First Nation. Dabei tauschte die Mississaugas of New Credit 101.528 Hektar Land im Gebiet des heutigen Toronto gegen 140 Barrel an Gütern und 1700 britische Pfund. Dieser Handel wurde jedoch 1805 wieder rückgängig gemacht.

Im 17. Jahrhundert nutzten die Pelzjäger den Treffpunkt recht erfolgreich für ihre Geschäfte, bis der britische Gouverneur Simcoe den wirtschaftlichen Umschlagplatz in ein Fort umbauen ließ und damit 1793 York gründete. Die Siedlung entwickelte sich nur langsam; der damalige Regierungssitz von Oberkanada war noch in Niagara-on-the-Lake. Erst 1797 wurde York Hauptstadt Oberkanadas. Während des Britisch-Amerikanischen Krieges kam es am 27. April 1813 zu einer Schlacht zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Rund 1.700 Briten fielen in York ein. Der sechsstündige Kampf endete, nachdem die britische Seite ihr Munitionslager in die Luft gesprengt und sich nach Kingston zurückgezogen hatte. Nach der für beide Seiten verlustreichen Schlacht besetzten die Amerikaner sechs Tage lang York. In der Folge kam es zu weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen, die erst 1815 endeten.

Nach der Umbenennung von York in Toronto

König Georg IV. gründete am 15. März 1827 das heute als University of Toronto bekannte King’s College, mit dem die Stadt weiter an Bedeutung gewann. Im Jahr 1832 wechselte der Regierungssitz Oberkanadas von Kingston nach York. Am 6. März 1834 wurde York zur besseren Unterscheidung von New York in Toronto umbenannt. Erster Bürgermeister wurde im selben Jahr William Lyon Mackenzie. Er war ein radikaler Reformer in Oberkanada. Dies gipfelte am 5. Dezember 1837 darin, dass er Rebellen gegen die Provinzregierung führte. Doch zwei Tage später musste er sich mit seinen Gefolgsleuten ergeben.

Am 10. Februar 1841 entstand aus den britischen Kolonien Niederkanada und Oberkanada die Provinz Kanada, deren Hauptstadt 1849 bis 1852 und 1856 bis 1858 Toronto war. Mit der Gründung der kanadischen Konföderation am 1. Juli 1867 bildete sich die Provinz Ontario, deren Hauptstadt von Beginn an Toronto war.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in der Stadt die Industrialisierung. Am 19. Dezember 1846 wurde von Toronto aus die erste telegrafische Nachricht verschickt, zehn Jahre später, am 27. Oktober 1856 die Eisenbahnverbindung zwischen Toronto und Montreal eröffnet. 1861 verkehrten die ersten Straßenbahnen entlang der Yonge Street, der King Street und der Queen Street. Um den wachsenden Bedarf zu decken, verkehrten vor der Elektrifizierung der öffentlichen Nahverkehrsmittel über 200 Straßenbahnwagen, die von rund 1000 Pferden gezogen wurden. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung wurde die überregionale Landwirtschaftsmesse Canadian National Exhibition seit 1879 jährlich in Toronto abgehalten.

In den 1850er Jahren stammten die Einwohner dieser britischen Kolonie überwiegend aus dem Vereinigten Königreich, mit rund 73 % waren die Einwohner damals mehrheitlich protestantisch. Die britische Dominanz hielt noch etwa ein weiteres halbes Jahrhundert an. Der Protestantismus war keine homogene Glaubensgemeinschaft sondern teilte sich unter anderem in Anhänger der evangelischen Baptisten und der anglikanischen Gemeinschaft auf. Die religiösen Unterschiede führten zu heftigen Spannungen, die sich in den Jahren von 1867 bis 1892 in mehreren Unruhen niederschlugen. An den Auseinandersetzungen waren vor allem die Katholiken und die aus Irland stammenden Protestanten beteiligt.

Aus der Volkszählung 1901 ging hervor, dass 8 % der Bevölkerung Torontos nicht aus dem Vereinigten Königreich stammten. Die größte Gruppe davon kam mit 6866 Einwanderern aus Deutschland, gefolgt von 3015 aus Frankreich; 3090 Personen hatten jüdische Vorfahren, 1054 kamen aus Italien, 737 aus den Niederlanden, 253 aus Skandinavien, 219 aus Asien und 142 aus Russland. Die Stadt hatte inzwischen gut 208.000 Einwohner. Die multikulturelle Gesellschaft Torontos war zur Wende ins 20. Jahrhundert bereits im Ansatz vorhanden. Wirtschaftlich hatte Toronto Quebec bereits in den 1870er Jahren überholt und war nach Montreal die zweitgrößte Kraft im Dominion Kanada. Am 19. April 1904 zerstörte der Großbrand von Toronto über 100 Gebäude in der Innenstadt. 1906 begann mit der Stromgewinnung an den Niagarafällen die Stromversorgung der Stadt.

Innerhalb von 20 Jahren stieg die Bevölkerung auf mehr als das Doppelte an und erreichte 1921 über 522.000 Einwohner. Danach schwächte sich die Wachstumsrate etwas ab. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand eine Reihe wichtiger Bauwerke und Einrichtungen. So wurde im Juni 1913 das Toronto General Hospital an der College Street eröffnet und zwei Jahre später, am 19. März 1914, das 1912 gegründete Royal Ontario Museum.

Bis in die 1920er Jahre gab es zum Teil konkurrierende Gesellschaften für die öffentlichen Nahverkehrssysteme. Diese wurden 1921 von der Stadt unter der Toronto Transportation Commission zusammengefasst, der späteren Toronto Transit Commission. Gleichzeitig stieg auch der Individualverkehr stark an. 1910 gab es rund 10.000 Automobile – diese Zahl erhöhte sich bis 1928 auf das Achtfache. Im Juni 1929 wurde das Royal York Hotel eröffnet, dessen Gebäude mit 28 Stockwerken und 124 Metern damals das höchste Bauwerk der Stadt war. Von den 1930er Jahren an veränderte sich die Skyline durch eine Vielzahl von Hochhäusern erheblich.

Während der Weltwirtschaftskrise stieg bis 1933 die Arbeitslosenquote auf bis zu 30 % an, Kapital und persönliche Vermögen wurden vernichtet. Gleichzeitig sanken die durchschnittlichen Monatslöhne um über 40 %. Die Zahl der Eheschließungen und die Geburtenrate sank ebenfalls um 40 %. Selbst 1939 erreichte die Wirtschaftskraft noch nicht wieder den Stand von vor 1929. 1934 feierte die Stadt, die damals 629.285 Einwohner zählte, dennoch ihren 100. Geburtstag.

Ähnlich wie im Ersten Weltkrieg war Kanada auch im Zweiten Weltkrieg Gegner des Deutschen Reiches, vor allem als Lieferant von Kriegsmaterial. Entbehrungen in Form von Lebensmittelrationierungen und Sperrzeiten für Strom und Wasser kennzeichneten die Kriegswirtschaft, die zahlreiche Arbeitsplätze in der Produktion von Kriegsmaterialien hervorbrachte. Nach 1945 musste die Wirtschaft wieder auf zivile Produkte umgestellt werden.

Am 17. September 1949 kam es im Hafen von Toronto zu einer Katastrophe, als der Passagierdampfer Noronic, der während einer Große-Seen-Kreuzfahrt über Nacht an Pier 9 ankerte, in Flammen aufging und innerhalb kurzer Zeit ausbrannte. 122 Passagiere kamen ums Leben.

Entwicklung zur Millionenstadt

Bereits in den 1950er Jahren erreichte Torontos Bevölkerung die Millionengrenze. Die Zuwanderung aus dem europäischen und asiatischen Raum ist vor allem auf die dortigen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Mit dieser Entwicklung verlagerten sich Wohn- und Arbeitsräume deutlich außerhalb der Stadtgrenzen: Bis 1946 befanden sich 90 % der Industriebetriebe von York County in der Stadt. 1954 waren es noch 77 %. Diesem Trend folgten die immer besser werdenden Verkehrs- und Transportwege und verstärkten ihn. Allerdings stand die Stadt sowohl hinsichtlich der Bevölkerungszahl als auch der Wirtschaftskraft nach wie vor nur an zweiter Stelle in Kanada hinter Montreal.

Am 1. Januar 1954 wurde die Metropolregion Municipality of Metropolitan Toronto geschaffen. Das Gebilde bestand aus der Innenstadt, den Bezirken New Toronto, Mimico, Weston, Leaside, Long Branch, Swansea und Forest Hill sowie den Stadtgemeinden Etobicoke, York, North York, East York und Scarborough. Die neu gegründeten Verkehrsbetriebe Toronto Transportation Commission trieben den Ausbau des Torontoer U-Bahnnetzes voran und eröffneten eine Reihe neuer Buslinien. Wichtige Meilensteine in der Stadtentwicklung waren die Fertigstellung des letzten Abschnittes des Highway 401 und die Eröffnung des Gardiner Expressway.

Bereits 1965 hatten mehr nationale Behörden ihren Hauptsitz in Toronto als in Montreal. Zudem förderte der Separatismus in Québec die Abwanderung von Wirtschaftsunternehmen nach Toronto. Torontos Einwohnerzahl überflügelte nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1976 erstmals die von Montreal. Mit dem Eintritt 1976 Kanadas in die Gruppe der Acht (damals G7) rückte die Stadt auch international auf die politische Bühne. 1988 war Toronto Austragungsort der 14. Konferenz der G7.

Heute ist Toronto mit rund 2,5 Millionen Einwohnern Kanadas bevölkerungsreichste und wirtschaftlich stärkste Stadt. Am 1. Januar 1998 wurde eine tiefgreifende Reform der Stadtbezirke durchgeführt, bei der autonome Stadtgemeinden mit der Stadt Toronto verschmolzen wurden. Sir Peter Ustinov bemerkte einmal, Toronto sei sauber und sicher wie ein von Schweizern geführtes New York. Toronto gilt als sicherste Stadt Kanadas.

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Die Gliederung der Stadt Toronto

Toronto wird als die „Stadt der Stadtteile“ bezeichnet. Bis zu 240 Teile hatte das Alte Toronto (englisch: Old City of Toronto) oder Downtown bis 1997, als es in Metropolitan Toronto eingegliedert wurde. Die Old City ist der am dichtesten besiedelte; in ihm befindet sich das Geschäfts- und Verwaltungszentrum.

Seit dem 1. Januar 1998 besteht die Metropole aus sechs Stadtbezirken Old Toronto (Downtown Core (Central), North End, East End, West End), North York, Scarborough, Etobicoke, York und East York zusammen, die wiederum in insgesamt 140 Stadtbezirke (engl.: neighbourhoods, „Nachbarschaften“) untergliedert sind. Die 140 Stadtbezirke werden in insgesamt 44 Verwaltungsbezirke (engl. ward) zusammengefasst, denen ein Ratsherr (engl. councillor) vorsteht. Für Sitzungen werden die 44 wards in die vier Gemeinderäte Etobicoke York Council, North York Community Council, Toronto and East York Community Council und Scarborough Community Council gegliedert. Die Community Councils wurden 1997 im Rahmen der Neugliederung geschaffen und bilden ein Gremium des City Council. Die Aufgabe der Gemeinderäte besteht darin, dem Stadtrat Vorschläge zu unterbreiten, sofern diese ihre Stadtbezirke betreffen.

Stadtteil Einwohner Fläche
East York 115.185 21,3 km²
Etobicoke 345.000 123,9 km²
North York 608.288 176,9 km²
Old Toronto 676.352 97,2 km²
Scarborough 593.297 187,7 km²
York 143.255 23,2 km²
Toronto City insgesamt 2.481.677 630,2 km²

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Das Klima in Toronto

Aufgrund seiner Lage im äußersten Süden Kanadas herrscht in Toronto ein für das Land sehr moderates Klima (Effektive Klimaklassifikation: Dfa). Die vier Jahreszeiten sind sehr ausgeprägt mit beträchtlichen Temperaturunterschieden, besonders in den kalten Monaten. Aufgrund der Nähe zum Wasser schwanken die Temperaturen besonders in dicht bebauten und ufernahen Gebieten tagsüber wenig. In bestimmten Zeiten des Jahres kann das mäßigende Klima des Sees in extreme lokale und regionale Wettersituationen umschwenken, wie beispielsweise den sogenannten Lake effect snow, der den Frühlingsbeginn hinauszögert und für herbstliche Bedingungen sorgt.

Die Winter in Toronto sind gewöhnlich kurz, mit kurzen, aber harten Kältephasen und extremen Temperaturen von unter –10 °C, die durch den Windchill als noch kälter empfunden werden. Die tiefste Temperatur wurde am 10. Januar 1859 mit –32,8 °C gemessen. Mit Schnee muss in Toronto von November bis Mitte April gerechnet werden. Neben Schneestürmen und Eisregen sind milde Abschnitte mit Temperaturen zwischen 5 und 14 °C möglich.

Die Sommer sind durch lange Phasen feuchten Klimas charakterisiert. Die durchschnittliche Tagestemperatur variiert zwischen 20 und 29 °C. Sie kann jedoch auch bis 35 °C ansteigen Die höchste gemessene Temperatur betrug am 8. Juli 1936 40,6 °C. Herbst und Frühling überbrücken die Hauptjahreszeiten mit milden bzw. kühlen Temperaturen und wechselnden Trocken- und Feuchtperioden.

Die Niederschläge verteilen sich auf das ganze Jahr. Der Schwerpunkt liegt für gewöhnlich im Sommer, der feuchtesten Jahreszeit; der Großteil des Niederschlags fällt in Gewittern. Durchschnittlich beträgt die jährliche Gesamt-Schneehöhe 133 Zentimeter. Die größte Schneemenge wurde am 11. Dezember 1944 mit 48,3 Zentimeter Höhe gemessen. Die jährliche Sonnenscheindauer beträgt im Durchschnitt 2038 Stunden.

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Torontos Wasserversorgung

Die Wasserwirtschaft Torontos basiert, ebenso wie die der Region York auf dem Ontariosee. 1843 bis 1873 besorgte die Wasserversorgung ein privates Unternehmen, 1873 übernahm die städtische Verwaltung diese Aufgabe. Sie lässt heute durchschnittlich 2,9 Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag durch das Versorgungsnetz pumpen. Seit 1949 haben die Stahlrohre mindestens einen Durchmesser von 750 mm und sind mit Zement und Beton eingeschlossen. Da der See genügend Wasser führt, kommt Toronto mit wenigen Reservoiren aus. Der Großteil der Lagerung erfolgt im Leitungssystem selbst.

Toronto hat mit dem DLWC-Projekt ein neues Verfahren für die Klimatisierung von Bürogebäuden entwickelt. Da die Wassertemperatur am Grund des sehr tiefen Ontariosees das ganze Jahr über konstant bei vier Grad Celsius liegt, lässt es sich zur Kühlung der Innenstadt verwenden.

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Torontos Topographie

Toronto wird vom Humber River am westlichen Rand, vom Don River östlich der Downtown auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens und von zahlreichen Nebenflüssen durchflossen. Der Naturhafen hat sich durch Sedimentation herausgebildet, die auch die Toronto Islands entstehen ließ. Die Vielzahl von Bächen und Flüssen, die von Norden her durch das Gebiet fließen und in den Ontariosee münden, haben zahlreiche bewaldete Schluchten geschaffen. Diese Schluchten beeinflussen die Stadtplanung derart, dass manche Verkehrsstraßen wie die Finch Avenue, die Leslie Street, die Lawrence Avenue und die St. Clair Avenue auf der einen Seite der Schlucht enden und sich auf der anderen fortsetzen. Der fast 500 Meter lange Prince Edward Viaduct überspannt die vom Don River gebildete 40 Meter tiefe Schlucht.

Während der letzten Eiszeit lag der niedrigere Teil des Stadtgebietes unter dem Glacial Lake Iroquois, einem Eisstausee. Geländeabbrüche, die auf diese Zeit zurückgehen, sind von der östlich der Stadtmitte verlaufenden Victoria Park Avenue an der Mündung des Highland Creek zu erkennen. Die sogenannten Scarborough Bluffs sind schroffe Felsklippen bis zu einer Höhe von 65 Metern auf einer Länge von 14 Kilometern entlang der Uferlinie des Ontariosees. Toronto hat keine nennenswerten Erhebungen. Der niedrigste Punkt liegt am Ufer des Ontariosees auf 75 Meter über dem Meeresspiegel, der höchste auf 270 Meter nahe der York University im Norden der Stadt.

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